Brudi – Mach dir niemals Sorgen – Album release

Mixing in the Box oder analog – Was ist besser?






    In der letzten Zeit bekommen wir immer mehr mit, dass viele hochwertige Studios ihren Mixdown nur noch „in the box“, also rein digital, machen und lediglich zum Mastering-Prozess in die bearbeitung mit analoger Hardware welchseln.

    Durch die Vielzahl an hochwertigen Plugins und leistungsfähigen Rechnern ist es mittlerweile möglich, durchaus sehr hochwertige und vernünftige Produktionen zum mischen. Doch wie sieht es in puncto „total recall“ – das wiederherstellen aller Einstellungen – und der letztendlichen Soundqualität wirklich aus?






    Ist die analoge Bearbeitung von Audiomaterial „recall“ fähig?

    Leider nur bedingt. Vorab stehen wir bei analogen Geräten vor einer Hürde und dies sind die Poti Regler. Im idealsten Fall, hat man eine Rasterung mit gut erkennbarem Raster. Bei EQs lässt sich dies noch relativ gut abbilden, aber spätestens beim Kompressor fängt es schon an schwierig zu werden da, hier gerade, aufgrund des Tresholds eine Rasterung nur schwer möglich ist.

    Einige Hersteller von analogen Geräten haben mittlerweile eine Software Schnittstelle in ihren Modellen verbaut. Man spricht hier von sogenannten Hybridgeräte. Mit Hilfe dieser Software Integration ist es möglich aus dem Rechner heraus Einstellungen und Presets digital abzuspeichern und mit einem Klick auf das analoge Gerät zu übertragen.

    Eine weitere Möglichkeit bieten zahlreiche Softwarehersteller, die ein Programm entwickelt haben, welches ziemlich alle gängigen analogen Geräte in einer Liste; mit den jeweiligen Abbildungen und Reglern, zur Verfügung stellt. Hier können die Einstellungen manuell auf die Bilder Profile übertragen werden und sind somit relativ schnell verfügbar.

    Warum relativ? Weil wir, sofern wie einen recall machen müssen, wir uns anhand der Bilder und Werte die Einstellungen auf unsere Geräte händisch übertragen müssen. Dies kostet selbstverständlich Zeit und ist mit einem gewissen Mehraufwand verbunden, da man erst ein anderes Programm benötigt um sich die Einstellungen zu laden und diese dann manuell auf seine Gerätschaften zu übertragen. Bei ein bis zwei Kompressoren oder anderer Hardware ist das sicherlich kein Problem, solltet aber die Menge an verwendete Hardware steigen, so steigt dementsprechend auch der Aufwand für die Übertragung von den analogen Geräten in das Programm und wieder zurück.

    Die für uns am geeignetsten und zeitsparendeste Methode ist nach wie vor das manuelle abfotografieren der Gerätschaften und manuelle übertragen von Reglereinstellungen, anhand der Fotos. Die Fotos speichern wir dazu in unserem Projektordner, mit der jeweiligen Beschriftung, um welche Instrumentengruppe oder welches Instrument/Stimme es sich handelt. Der Vorteil hierbei ist, dass man sich das zukaufen einer externen Software spart und somit auch den Arbeitsschritt im Einzelnen Projekt die richtigen Einstellungen herauszusuchen.

    Was wir hier allerdings feststellen ist, dass bei allen diesen Möglichkeiten, es nur bedingt möglich ist einen Mix zu 100% wieder nachzustellen.

    Es heißt sich hier immer wieder zu fragen, ob es wirklich darum geht einen Mix zu 100% nachzustellen oder um eine harmonierende Tonalität innerhalb eines Titels. Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten. Aber was hat es jetzt nun mit dem Sound auf sich?

     



    Analog oder digital – welche Bearbeitung klingt besser?

    Als wir uns mit dem Thema beschäftigt hatten, kam als erster Gesichtspunkt der Preis im Spiel. Ein digitaler Kompressor als Plugin für 99 €, oder einen analogen Kompressor für 6000 €? Dafür dass beide das gleiche tun, sollte irgendwo schon eine Rechtfertigung zu spüren sein, oder findet ihr nicht auch?

    Wir möchten an dieser Stelle keine ausführlichen Tests ausführen, sondern die Anregung geben, ein Plugin mit einem analogen Geräte, selbst zu vergleichen.

    Für uns persönlich haben wir festgestellt, dass es immer Differenzen gab und im Endresultat die Software in allen Fällen hinter der Hardware Variante lag. Manchmal, so müssen wir ganz deutlich zugestehen, waren es wirklich nur Kleinigkeiten die anders waren, wie z.b. ein deutlich knackiger Kick/Bassbereich oder auflösendere Höhen. In allen Fällen konnten wir das analog bearbeitete Material aber als deutlich griffiger empfinden. Wohingegen die Software Varianten immer ein wenig plastisch und flach geklungen haben und dies bei gleichen Einstellungen.

    Seht selbst und entscheidet für Euch. Mit mehreren Instanzen von verschiedenen digitalen Plugins, kommt man dem analogen Gerät schon so nahe, dass man hier nur schwer denn Unterschied erhören kann, wenn nicht sogar unmöglich. Man benötigt jedoch deutlich mehr Instanzen verschiedener Plugins als analoge Geräte für das selbe Ergebnis. Zumindest sofern man sich aufgrund einr Klangeigenschaft für ein spezielles Modell entschieden hat. Dies ist unser Erfahrungswert.

    Aber was ist jetzt mit der Zeitersparnis?

    Spart mal in der digitalen Audiobearbeitung wirklich mehr Zeit als mit analogen Geräten?

    Dies hängt immer von der Arbeitsweise und dem Workflow ab. Selbstverständlich ist der Aufwand größer wenn man am bereits komplett fertig gestellten Mix noch mal etwas am Arangement ändern möchte. Teilt man sich den Mixdown in ganz klare Prozesse und Schnitte auf, so kann man kleine Änderungen am Sound, ganz schnell vornehmen. Arbeitet man z.b. nur auf Gruppenebene mit analogen Geräten, so kann man sowohl vom analogen Sound profitieren als auch bei Änderungen relativ unproblematisch und zügig die betroffene Gruppe bearbeiten ohne den kompletten Titel neu anfassen zu müssen.

    Was für uns in der Arbeitsweise eine deutliche Zeitersparnis ist – der erste Grund Sound. Im Vergleich einer digitalen Mischung mit analogen Geräten sind wir für den ersten wirklich guten Entwurf deutlich an Zeit den Plugins im Vorteil.

    Es klingt einfach schneller gut.

    Unser Fazit über „mixing in the box“

    Sowohl digital als auch analog bekommt man einen sehr sehr guten Sound hin, sofern man die Fähigkeiten besitzt, die Gerätschaften richtig zu bedienen und Musik zu verstehen. Für unseren Geschmack bevorzugen wir immer die analoge Bearbeitung vor der digitalen. Aber auch in unserem Arbeitsalltag findet die digitale Bearbeitung Verwendung. So säubern wir z.B. die Spuren digital vor, bevor wir in die analoge Bearbeitung gehen.

    Die Griffigkeit eines Titels ist unserer Meinung nach, mit analogen Geräten, wesentlich einfacher und schneller zu gewährleisten, als mit Software Plugins.



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