PGM Filmton in der Postproduktion

Als PGM Filmton bezeichnet man die fertige Gesamttonmischung einer Sendung oder Filmproduktion – das Hauptprogramm, das tatsächlich ausgestrahlt wird. Er vereint Dialog, Voiceover, Atmo, O-Ton, Foley, Sound-Effekte und Musik in einer einzigen Mischung, die für die Sendeanlage übergeben wird.

PGM ist ein wichtiger Begriff in der Filmtonmischung oder Audio Postproduktion. In diesem Artikel wollen wir erklären, was es damit auf sich hat.

Was ist der PGM im Filmton?

„PGM“ bedeutet „Programm“. In Radio- und Fernsehstudios wird dieser Begriff verwendet, um das Hauptprogramm oder die gerade ausgestrahlte Sendung zu bezeichnen. Häufig wird der Begriff verwendet, um den tatsächlich gesendeten Inhalt von anderen Elementen wie Werbung, Trailern oder Ankündigungen zu unterscheiden. Der PGM-Ton umfasst also die gesamte Tonmischung. Dazu gehören der eigentliche Dialog, Voiceover, FX oder SFX, Atmo, O-Ton, Foley und Musik.
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Wie wird der PGM Ton ausgespielt?

Der PGM-Ton wird normalerweise als Stereo- oder Dual-Mono-Datei exportiert. Beim Export in Dual Mono ist auf die Beschriftung zwischen linkem und rechtem Kanal zu achten. In Deutschland bzw. Europa unterliegt der PGM-Ton bei den meisten Sendeanstalten zusätzlich der EBU-128-Richtlinie. Dies bedeutet, dass hier eine Lautheit über die gesamte Spieldauer von -23 LUFS und ein maximaler Headroom von -1dbTruePeak vorausgesetzt wird.

PGM und M&E: Warum es zwei Mischungen braucht

Neben dem PGM, der kompletten Sendemischung, verlangen die meisten Sender eine zweite Fassung: die M&E (Music & Effects). Das ist exakt dieselbe Mischung wie der PGM, nur ohne die Sprache der Originalfassung. Sie enthaelt also Musik, Atmo, Foley und Soundeffekte in voller Qualitaet, aber keinen Dialog. Der Grund ist die internationale Verwertung: Wird deine Doku oder dein Film in eine andere Sprache synchronisiert, legt das Synchronstudio die fremdsprachigen Stimmen ueber die M&E. Ohne saubere M&E waere keine Synchronisation moeglich, ohne den kompletten Ton neu zu bauen.

  • Fully-filled M&E: Auch unter dem entfernten Originaldialog liegen durchgehend Atmo und Foley, sodass keine Tonluecken entstehen.
  • Optional D&M (Dialog & Music) oder reine Dialogspur: getrennt angelegt, falls der Sender einzelne Elemente nachregeln will.
  • Konsistenz zum PGM: Effekt- und Musikpegel muessen im PGM und in der M&E identisch sein, damit die Synchronfassung wie das Original klingt.

Kanal-Layouts: von Stereo bis 5.1

Der PGM wird nicht immer als Stereo abgegeben. Je nach Produktion und Sender sind groessere Layouts ueblich, vor allem bei Kino- und hochwertigen TV-Produktionen. Klaere das Zielformat immer vor der Mischung, weil Surround-Mischungen anders aufgebaut werden als Stereo.

  • Stereo (2.0): Standard fuer Web, Podcast-Video und viele lineare Sendungen.
  • 5.1 Surround: L, R, C, LFE, Ls, Rs. Der Dialog liegt typischerweise im Center-Kanal, was die Sprachverstaendlichkeit auf verschiedenen Wiedergabesystemen verbessert.
  • Stereo-Downmix: Aus einer 5.1-Mischung wird ein kompatibler Stereo-Downmix abgeleitet und separat geprueft, weil sich Pegelverhaeltnisse beim Falten verschieben koennen.

Wer von Anfang an in der richtigen Kanalzahl arbeitet und beim Mixing die Bus-Struktur sauber anlegt, spart sich spaetere Umbauten.

Sprachverstaendlichkeit als oberstes Ziel

Der haeufigste Kritikpunkt an Film- und TV-Ton ist schlecht verstaendlicher Dialog. Im PGM hat die Sprache deshalb Vorrang vor Musik und Effekten. Bewaehrte Werkzeuge dafuer sind moderates Ducking oder Side-Chain-Kompression, mit denen Musik und Atmo zurueckgenommen werden, sobald jemand spricht. Statische EQ-Korrekturen im Praesenzbereich (etwa 2 bis 5 kHz) heben Konsonanten hervor, ohne dass man die Sprache lauter ziehen muss.

  • Dialog-Premix zuerst: Erst die Stimmen sauber editieren, entrauschen und auf konstanten Pegel bringen, dann Musik und Effekte darum herum aufbauen.
  • Verhaeltnis pruefen: Dialog sollte auch auf kleinen Lautsprechern und im Mono-Check klar ueber dem Bett liegen.
  • Dynamik im Blick: Zu starke Kompression macht den Dialog leblos, zu wenig laesst ihn in lauten Szenen untergehen.

Abnahme und typische Fehler beim Export

Bevor der PGM rausgeht, lohnt eine kurze technische Abnahme. Viele Ruecklaeufer von Sendern haben dieselben Ursachen, die sich mit einer Checkliste vermeiden lassen.

  • Loudness final messen: Integrated Loudness ueber die komplette Spieldauer (nach EBU R128 das Ziel der jeweiligen Anstalt) und True Peak gegen das vorgegebene Maximum pruefen, nicht nur den Sample-Peak.
  • Mono-Kompatibilitaet: Stereo-Mischung in Mono abhoeren, um Phasenausloeschungen aufzudecken, die auf Mono-Wiedergabe den Dialog schwaechen.
  • Kanalzuordnung: Bei Dual Mono Links und Rechts korrekt beschriften, bei 5.1 die Kanalreihenfolge des Senders einhalten.
  • Stille am Anfang und Ende: Definierten Vorlauf und Nachlauf einhalten, keine abgeschnittenen Wortenden oder Klicks an den Schnittstellen.
  • Sample-Rate und Bit-Tiefe: In der geforderten Spezifikation exportieren, ueblich sind 48 kHz fuer Film und Broadcast.

Wenn am Ende ein durchgaengig hoher, gleichmaessiger Klangeindruck gefragt ist, kann ein separater Mastering-Schritt fuer die Endfassung sinnvoll sein, sollte aber die senderkonforme Loudness des PGM nicht ueberschreiben.

Der PGM (Programmton) ist die fertige Sendemischung inklusive Sprache, Musik und Effekten – also genau das, was beim Zuschauer ankommt. Die M&E-Fassung (Music & Effects) enthält alles außer der Sprache und dient als Grundlage, um ein Programm in andere Sprachen zu synchronisieren. Bei internationalen Produktionen ist die M&E-Spur meist ein vertraglich gefordertes Liefermaterial.

Maßgeblich ist die EBU R128: -23 LUFS integrierte Lautheit (für nicht-live Material mit einer Toleranz von ±0,5 LU) und ein True Peak von höchstens -1 dBTP. Gemessen wird mit einem R128-konformen Loudness-Meter. Die Norm sorgt dafür, dass alle Sendungen gleich laut wahrgenommen werden – ohne störende Lautstärkesprünge zwischen Beiträgen und Werbung.

Je nach Sender wird Stereo oder 5.1 Surround verlangt. Wird in Dual Mono exportiert, muss die Zuordnung von linkem und rechtem Kanal eindeutig beschriftet sein. Bei 5.1 ist außerdem die korrekte Kanalreihenfolge (L, R, C, LFE, Ls, Rs) einzuhalten, damit der Sender die Spuren richtig zuordnet.

Typisch sind vertauschte Kanäle, eine falsch eingestellte Lautheit (Abweichung vom -23-LUFS-Ziel) und eine zu geringe Sprachverständlichkeit gegenüber Musik und Effekten. Solche Fehler lassen sich vermeiden, indem vor der Auslieferung Lautheit und True Peak mit einem Meter geprüft und die Mischung auf saubere Dialogverständlichkeit gegengehört wird.

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