Multiband-Kompressor

Was ist ein Multiband-Kompressor?

Ein Multiband-Kompressor ist eine Art Dynamikbereich-Kompressor, der das Audiospektrum in zwei oder mehr Frequenzbänder aufteilt und jedes Band separat komprimiert. Es gibt viele Möglichkeiten, ein Signal zu komprimieren, aber nur wenige sind so vielseitig wie ein Multiband-Kompressor.

Multiband-Kompressoren können entweder digital (Plug-in) oder hardwarebasiert sein.

Ein Hardware-Multiband-Kompressor besteht in der Regel aus mindestens zwei getrennten Kompressorschaltungen und einem Frequenzweichenfilter (Crossover-Filter) zur Aufteilung des Audiospektrums in verschiedene Bänder.

Andere Arten von Multiband-Kompressoren verwenden einen einzigen Hauptkompressor mit Sidechain-Eingängen für mehrere Bänder. Einige Gerätehersteller fügen den Multiband-Kompressoren zusätzliche Funktionen hinzu, z. B. einen Limiter für den Master-Ausgangskanal oder eine Stereo-Imaging-Sektion mit einstellbaren Übersprechparametern.

Wo wird ein Multiband-Kompressor eingesetzt?

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Signal zu komprimieren, aber nur wenige sind so vielseitig wie Multiband-Kompressoren.

Multiband-Kompressoren sind unentbehrliche Werkzeuge für das Mastering, da sie die Möglichkeit bieten, bestimmte Frequenzbereiche sehr präzise zu steuern, um Probleme zu beseitigen, bevor sie zu groß und teuer werden. Sie sind flexible Werkzeuge zur Kontrolle der Dynamik. Sie können für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden, z. B. um harte Peaks zu reduzieren und um jedes Frequenzband unabhängig zu steuern, um den Gesamtklang eines kompletten Mixes zu gestalten.

Multiband-Kompression kann beim Abmischen verwendet werden, um Musik „größer“ klingen zu lassen, indem sie sowohl auf parallele Spuren als auch auf einzelne Elemente im Mix angewendet wird.

Die Anzahl der Bänder oder Frequenzbereiche, durch die Du Dein Audiosignal schickst, bestimmt die Komplexität und den Grad der Kontrolle über den Kompressor. Außerdem wird diese Art der Kompression für eine Vielzahl von Aufgaben verwendet, z.B. um problematische Frequenzen im Frequenzspektrum eines Tracks zu zähmen oder um neue und manchmal sehr extreme Sounds zu erzeugen.

Ein gutes Beispiel für eine solche Anwendung ist, wenn Produzenten nur die tiefen Frequenzen ihres Schlagzeugbusses komprimieren, um die Bassspur nicht zu beeinträchtigen. Multiband-Kompressoren können im Mix für viele verschiedene Anwendungen eingesetzt werden, von der Dynamiksteuerung bis hin zur Sidechain-Kompression.

Wie setze ich einen Multiband-Kompressor ein?

Wenn die Multiband-Kompression für Dich neu ist, kann sie anfangs etwas einschüchternd wirken. Aber wenn Du erst einmal den Dreh raus hast, kann Dein Audiomaterial dadurch viel besser und professioneller klingen.

Im Folgenden erfährst Du, wie Du einen Multiband-Kompressor einrichtest:

1. Suche zunächst einen Musikabschnitt, der viel Dynamik enthält – einen Abschnitt mit vielen leisen und lauten Stellen (aber nicht zu vielen). So kannst Du herausfinden, wie viel Kompression jedes Band benötigt.

2. Stelle nun Deinen Multiband-Kompressor so ein, dass er vier Bänder hat: tiefe Frequenzen, mittlere Frequenzen, hohe Frequenzen und Sidechain (Band 4).

Wenn Du beispielsweise versuchst, die tiefen Frequenzen einer Kick-Drum zu komprimieren, kannst Du ein Band auf 30 Hz und ein anderes auf 120 Hz einstellen.

3. Verwende für jedes Band, erst einmal, die gleiche Schwellenwerteinstellung für alle drei Kompressoren (niedrig-mittig-hoch), aber stelle das Verhältnis der einzelnen Kompressoren unterschiedlich ein, so dass sie je nach Art der Musik, mit der Du arbeitest, mehr oder weniger komprimieren. Du kannst den Treshold aber auch unterschiedlich einstellen. Je nachdem ab wann Du möchtest, dass der Kompressor anfängt zu arbeiten.

Schalte den Kompressor zwischendurch immer wieder mal aus und vergleiche den Klang vorher und nachher. Wichtig dabei ist dass die Lautstärke vor und nach der Kompression etwa gleich ist, damit du den direkten Unterschied hören kannst.

Der Sidechain-Kompressor sollte in ähnlicher Weise eingestellt werden: Verwende die gleichen Threshold-Einstellungen, aber unterschiedliche Ratios für jedes Band. Je nachdem wie viel Kompression du benötigst.

Was ist der Treshold?

Der Treshold eines Kompressors ist der Schwellenwert, bei dem der Kompressor beginnt, das Signal zu komprimieren. Er wird in Dezibel (dB) oder in Dynamik (RMS) angegeben und gibt an, wie laut oder dynamisch das Signal sein muss, damit der Kompressor aktiv wird.

Liegt das Signal unter dem Treshold, bleibt der Kompressor inaktiv und das Signal wird unverändert weitergeleitet. Sobald das Signal jedoch den Threshold überschreitet, beginnt der Kompressor das Signal zu komprimieren und den Dynamikumfang des Signals zu reduzieren. Das bedeutet, dass die lauten Anteile des Signals reduziert und die leisen Anteile erhöht werden, um den Dynamikumfang insgesamt zu verringern.

Der Treshold kann je nach Art des verwendeten Kompressors auf unterschiedliche Weise eingestellt werden. Bei einigen Kompressoren kann der Treshold manuell eingestellt werden, während andere einen automatischen Treshold verwenden, der auf der durchschnittlichen Lautstärke des Signals basiert. Der Treshold ist ein wichtiger Faktor, der die Leistung und Wirkung eines Kompressors beeinflusst.

Was ist eine Ratio?

Die Ratio bei einem Kompressor ist das Verhältnis zwischen dem maximalen und dem minimalen Druck, der in dem Kompressor erzeugt werden kann. Sie gibt an, wie stark der Kompressor das Medium, das er komprimiert, verdichtet. Eine hohe Ratio bedeutet, dass der Kompressor in der Lage ist, einen hohen Druckunterschied zwischen dem Einlass und dem Auslass zu erzeugen, wodurch das Medium stärker komprimiert wird. Eine niedrige Ratio hingegen bedeutet, dass der Kompressor nur einen geringen Druckunterschied erzeugen kann und daher weniger effektiv bei der Verdichtung des Mediums ist.

 

Welchen Einfluss haben Attack- und Releasezeit beim Multiband-Kompressor?

Attack und Release sind die Einstellungen, die bestimmen, wann ein Kompressor auf ein Signal reagiert und wann er aufhört zu komprimieren.

Attack ist die Zeit, die der Kompressor benötigt, um auf das Signal zu reagieren, nachdem es den Threshold überschritten hat. Ein langsames Attack ermöglicht es dem Kompressor, langsam auf das Signal zu reagieren und laute Signalanteile allmählich zu reduzieren. Ein schnelles Attack hingegen lässt den Kompressor schnell auf das Signal reagieren und die lauten Signalanteile abrupt absenken.

Release ist die Zeit, die der Kompressor benötigt, um das Signal nicht mehr zu komprimieren, sobald es unter den Threshold fällt. Ein langsames Release lässt den Kompressor langsam aufhören, das Signal zu komprimieren, wodurch die Übergänge zwischen komprimierten und unkomprimierten Teilen des Signals weicher werden. Ein schnelles Release hingegen beendet die Kompression des Signals abrupt, wodurch die Übergänge zwischen komprimierten und unkomprimierten Teilen des Signals steiler werden.

Attack und Release sind wichtige Parameter, die die Wirkung und Leistung eines Kompressors beeinflussen und es ermöglichen, das Signal auf unterschiedliche Weise zu komprimieren. Sie können je nach Bedarf eingestellt werden, um den gewünschten Effekt auf das Signal zu erzielen.