Nyquist-Frequenz

Die Nyquist-Frequenz entspricht der Hälfte der Abtastrate eines digitalen Audiosystems und markiert damit die oberste Grenze, bis zu der Frequenzen verlustfrei erfasst werden können. Bei 44,1 kHz Samplerate liegt sie bei 22,05 kHz — knapp oberhalb des menschlichen Hörvermögens. Überschreitet ein Signal diese Grenze, entstehen Aliasing-Artefakte.

Was ist die Nyquist-Frequenz?

Dreidimensionale Infografik-Illustration einer Sinuswelle mit gleichmäßigen Sampling-Markern und Rekonstruktionskurve auf dunkelblauem Hintergrund.

Die Nyquist-Frequenz ist ein Begriff aus der Informationstheorie und der Signalverarbeitung. Sie beschreibt die maximale Frequenz, die ein analoges Signal haben kann, um noch korrekt in ein digitales Signal umgewandelt werden zu können.

Um ein analoges Signal in ein digitales Signal umzuwandeln, wird es zunächst in regelmäßigen Zeitabständen (dem sogenannten Abtastintervall) gemessen und die Messwerte in einem speziellen Format gespeichert. Die Häufigkeit, mit der das analoge Signal abgetastet wird, wird als Abtastfrequenz bezeichnet. Wenn die Abtastfrequenz hoch genug ist, kann das Analogsignal korrekt reproduziert werden, wenn es später wieder in Analogform umgewandelt wird.

Die Nyquist-Frequenz definiert die digitale Audio-Grenze — wie sie Samplerate-Entscheidungen im Mastering prägt, zeigt der Mastering-Guide.

Die Nyquistfrequenz ist die Hälfte der Abtastfrequenz und gibt die maximale Frequenz an, die ein analoges Signal haben kann, damit es noch korrekt in ein digitales Signal umgewandelt werden kann. Diese Beziehung wird als Nyquist-Abtasttheorem bezeichnet. Sie wird daher als Grenze der Digitalisierung beschrieben.

Beispiel: Wird ein analoges Signal mit einer Abtastfrequenz von 48 kHz abgetastet, so beträgt die Nyquist-Frequenz 24 kHz. Das bedeutet, dass das analoge Signal eine maximale Frequenz von 24 kHz haben darf, damit es korrekt in ein digitales Signal umgewandelt werden kann. Höhere Frequenzen würden bei der Umwandlung verloren gehen und könnten nicht reproduziert werden. Gerade im Mastering werden daher hohe Sampleraten vewerdent um nach der analogen Bearbeitung die Wellenform möglichst originalgetreu digital zu reproduzieren.

Sie ist immer die halbe Abtastrate: Bei 44,1 kHz ergeben sich 22,05 kHz, bei 48 kHz sind es 24 kHz.

Frequenzen oberhalb der Nyquist-Frequenz werden als tiefere „Spiegelfrequenzen“ fehlinterpretiert und erzeugen hörbare Artefakte. Deshalb sitzt vor jedem A/D-Wandler ein Anti-Aliasing-Tiefpassfilter, der diese Anteile vor der Digitalisierung entfernt.

44,1 kHz (CD-Standard) deckt mit einer Nyquist-Frequenz von 22,05 kHz den menschlichen Hörbereich von rund 20 kHz vollständig ab. 48 kHz ist der gängige Standard für Film, Video und Broadcast.

Für das fertige Hörprodukt sind höhere Abtastraten kaum hörbar. Sie schaffen aber mehr Reserve bei rechenintensivem Processing wie Pitch-Shifting oder Time-Stretching – auf Kosten deutlich größerer Dateien.

Für die meisten Projekte sind 44,1 oder 48 kHz ideal. Höhere Abtastraten lohnen sich nur bei speziellem Bedarf, etwa bei aufwändiger Klangbearbeitung oder Sounddesign.

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