„Mach mal lauter!- Kinderrechte wollen gehört werden.“

Kinderrechte Song Präsentation

Ein Projekt von Chapeau Claque e.V. – Spielmobil Bamberg mit der offenen Jugendarbeit Bamberg unter der Trägerschaft von iSo – Innovative Sozialarbeit, dem Stadtteilbüro Süd-West und in Zusammenarbeit mit Peak-Studios, gefördert von Spielmobile e.V. im Programm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Kinderrechte – aber echte!

Schon an den ersten beiden von zehn Tagen hatten die Kinder hierzu eine Menge Ideen zum Text für einen Song. Da sie sowohl spielerisch, als auch in Form von Theaterpädagogik das Thema Kinderrechte erarbeiteten, stellten sich Fragen wie: Was sind Kinderrechte? Oder Welche Rechte sollten Kinder haben?

Kinder haben das Recht zu spielen, und wollen dies auch tun, werden aber oft von Erwachsenen, weil es denen zu laut ist, z.B. von Höfen vertrieben. In einigen Stadtvierteln haben Kinder oft nicht die Möglichkeit sich spielerisch zu beschäftigen. So ist auch insbesondere dem Text Augenmerk zu schenken, da immer wieder von Kinderrechten gesprochen wird, diese aber in den Augen der Kinder nicht wirklich umgesetzt werden. Daher auch der Satz „Kinderrechte – aber Echte!“, oder „ich sag was mir gefällt“ (oft wird den Kindern der Mund verboten).

Melodie und Text – So entstand die Idee

Die Melodie zum Song hatte ein Kind schon ziemlich schnell im Kopf. Die Betreuerin Maike hat diese dann auf der Gitarre vorgespielt und wurde sogar mehrfach vom Kind korrigiert wie sie die Melodie zu spielen hat 😊 Die anderen Kinder empfanden die Melodie für gut und so wurde diese auch genommen.

Am dritten Tag waren die Kinder zunächst noch etwas schüchtern, aber nachdem Daniel eine Vorstellung gab und wir über Musik und Musikinstrumente sprachen brach langsam das Eis. Einige der Kinder spielten schon ein Instrument und konnten uns darüber erzählen. Ein Kind erzählte voller Stolz, dass seine Eltern auch Musik studierten, und als Daniel vom Plan für die nächsten Tage berichtete war die Neugier der Kinder geweckt! Während des Aufbaus zur Produktion instrumental waren viele Kinder sehr interessiert an den tontechnischen Arbeitsmitteln. Die Kinder interessierten sich für die Instrumente die vor Ort waren wie beispielsweise ein kleines Mini Keyboard auf dem unbedingt alle spielen wollten.

Instrumental und Komposition – Es wird spannend

Als unser Audio Ingenieur Daniel direkt vor Ort im Jugendtreff Süd-West (verortet im Freiraum Bamberg) war, um mit den Kindern gemeinsam die Instrumental für den Song Kinderrechte zu komponieren, haben die Kinder ganz viel mitgewirkt. Sie haben beispielsweise die Gitarrenmelodie mit Gesang vorgemacht und Daniel hat daraufhin die Gitarre für die finale Aufnahme eingespielt. Parallel dazu wurden noch weitere Instrumente wie beispielsweise ein Schlagzeug, Bass aber auch ein Klavier hinzugefügt. Bereits am vierten Tag war durch die gute Zusammenarbeit und viel Spaß an der Arbeit eine Harmonie zwischen den Kindern und Daniel zu spüren. Auch hatten die Kinder den Text für den Song schon fertig. Bei einer Stadtviertelerkundung hatten sie ihre Gedanken notiert und einen tollen Text geschrieben. Alle waren ganz schön aus dem Häuschen, dass das alles so schnell geht. Man konnte bereits an diesem Tag merken wie die Kinder zu einem Team zusammengewachsen sind und viel Freude daran hatten miteinander Musik zu machen. Keiner wurde ausgegrenzt und keiner wurde ausgelacht weil er vielleicht mal einen Ton falsch singt. Nein es wurde zusammen gelacht!

Am fünften Tag ging es um den letzten Feinschliff. Die Kinder haben sich ihren Song noch mal angehört und überlegt, ob noch etwas fehlt oder ob etwas nicht so toll klingt. Kurz vor dem Treffen mit den Kindern hatte Daniel im Studio und im Bus noch mal fein säuberlich eingespielt. Da die Musik, schon fertig war konnten die Kinder nun ihren Text auf die instrumental einüben. Damit bei der Recordingsession in der Woche darauf eine tolle Aufnahme gemacht werden konnte.

Da Peak-Studios im Rahmen eines Projekts vom Spielmobil Bamberg mit den Kindern die Musik und den Text für den Song erarbeitete, war es dann auch mal eine angenehme Abwechslung für die Kinder die Angebote vom Spielmobil (und das war ein ganzer LKW voller Spielgeräte!) zu nutzen.

Am sechsten Tag war Daniel lediglich zur Überprüfung der Proben dabei. Die Kinder hatten eine eigene Choreografie vorbereitet und voller Stolz präsentiert, diese wollten sie dann während der

Vorstellung auch tanzen können. Es war sehr schön anzusehen wie glücklich die Kinder während des Singens und Tanzens in einer Gruppe waren und sich auch an die Hand genommen haben und gemeinsam Spaß hatten. Alle Kinder waren sehr miteinander verbunden – egal welche Herkunft. 

Instrumental Komposition

Die ersten Aufnahmen

Nun kam der für die Kinder wohl mit Abstand anstrengendste Tag. Einer der interessantesten und erfahrungsreichsten was Musik und die Produktion angeht. Zusammen mit den Kindern hat Daniel alle Stimmen aufgenommen im Jugendtreff Süd-West (verortet im Freiraum Bamberg). Erst wurden alle Kinder aufgenommen die sich alleine getraut haben ihre Stimme zu verewigen. Sie durften den kompletten Song einmal alleine durchsingen. Dies waren zehn Kinder. Es war eine sehr interessante Erfahrung für Daniel als auch für die Kinder selbst und äußerst aufregend, sie haben sich sogar gegenseitig angefeuert und unterstützt. Die Kinder haben sehr gut gesungen und hatten auch große Freude am Singen, das hat man relativ schnell gemerkt. Als die Kinder im Einzel Recording fertig waren haben wir die Gruppen in den Freiraum geholt. In diesem Produktions-Prozess haben vier Gruppen mit jeweils drei Kindern den Chorus gesungen. Vor allem hier hatten die Kinder ganz großen Spaß dabei, dass sie im Team etwas erarbeiten konnten. Als die Kinder mit den Gruppen fertig waren konnte man jedoch merken, dass allen ganz schön die Puste ausgegangen ist. Das kann man den Kindern aber auch nicht verübeln, es war ein sehr anstrengender Tag. Dann konnten sich die Kinder natürlich auch darüber freuen endlich mit den Spielzeugen vom Spiel Mobil spielen zu dürfen.

Vocal Recording

Feinschlimm am Instrumental

Am achten Tag konnten wir uns lediglich um die Instrumental kümmern, da alle Stimmen bereits eingesungen waren. Die Kinder konnten sich frei austoben und haben unter anderem Bongo gespielt, Flöte, haben auf dem Mini Keyboard gespielt und konnten auch mit Rascheln umgehen. Dieser Tag war für die Kinder sehr schön und aufregend zugleich. Endlich konnten einige der Kinder zeigen, welche Instrumente sie selbst spielen und haben sich gefreut auch mal neue Instrumente auszuprobieren. Zwei der Kinder haben gemeinsam Flöte gespielt und sich so sehr darüber gefreut, dass ihr gelerntes endlich einsetzbar ist.  Die Aufnahmen für die Instrumente waren nach circa 3 Stunden abgeschlossen und dann hatten die Kinder noch genug Zeit um sich wieder zum Spielen am Spielmobil zu widmen.

Präsentation der ersten Ergebnisse

Am vorletzten Tag hatte Daniel bereits vormittags ein Ergebnis erzielt, welches bei den Kindern vorzeigbar war. Somit konnten die Kinder ihren eigenen Song zum ersten Mal in guter Qualität hören und waren komplett aus dem Häuschen. Es war für die Kinder aufregend, dass man nach so kurzer Zeit bereits den Song hören konnte und dabei die eigene Stimme zu erkennen. Im Anschluss daran haben wir die Kinder in kleinen Gruppen aufgeteilt und diese immer wieder zu Daniel geschickt um mit ihnen gemeinsam weitere Effekte für den Song zu erstellen. Die Kinder haben sich auf ein dezentes Delay geeinigt und mehr ist es tatsächlich nicht geworden. Nichtsdestotrotz haben die Kinder aber die volle Bandbreite an möglichen Effekten in der Audioproduktion gesehen und fanden es sehr lustig als wir die Kinderstimmen in Chipmunk-Stimmen umgewandelt haben.

Am letzten Tag war die Aufführung der Kinder vor den Eltern und vor den Betreuern. Hier konnten die Kinder zum aller ersten Mal ihren komplett fertigen Song hören und dazu auch noch selbst performen und ihre eigene Choreografie vorzeigen. Dies war ein sehr schöner Moment und viele waren zu Tränen gerührt da das Projekt leider Gottes zu Ende geht obwohl es so viel Spaß gemacht hat. Chris der Senior Mastering Ingenieur und Daniel der Audio Ingenieur waren vor Ort um sich die Vorstellung der Kinder gemeinsam ansehen und hören zu können. Im Nachgang gab es eine große Wasserschlacht zwischen den Kindern und den Betreuern.

Nachtrag zu den Eindrücken von Daniel Bräutigam und Chris Jones

16.06.  Am Donnerstag hatte Chris Jones – Senior Engineer bei Peak-Studios von Junior Engineer Daniel alle Spuren erhalten und hatte sich gleich an die Abmischung des Songs für die Kids gemacht. Gerade im Refrain sollte die Stimmung groß wirken, damit auch musikalisch rüber kommt, dass es hier nicht um eins oder zwei einzelne Kinder geht, sondern ALLE Kinder das Recht auf Ihre eigenen Rechte haben und sich auch darum gekümmert wird, dass diese eingehalten werden. Schließlich sind

Kinder auch die Zukunft! Chris Jones hatte auch schon beim ersten Hören gemerkt, dass wie sehr den Kindern Ihre Rechte auf Zusammensein, freie Entfaltung und zusammen Spielen wichtig sind und dass es nicht immer auf jedes kleine Detail ankommt, sondern aufs große Ganze. Daher sind die Stimmen auch nicht immer 100% synchron mit den Anderen. Es sollte kein makelloser Pop Song werden, sondern zeigen, dass jedes Kind individuell für sich steht und es gerade beim Thema Kinderrechte nicht um Perfektion geht, sondern um Fürsorge!

17.06 Der Tag der Vorstellung bei dem auch Daniel Bräutigam und Chris Jones vor Ort waren. Der Eindruck von Chris war, dass zu Beginn der Veranstaltung die Kinder etwas angespannt und aufgeregt wirkten, was wohl mit ihrer bestehenden Vorführung zu tun hatte. Als es dann soweit war, hatte man schon die Vorfreude aber auch gleichwohl die Verunsicherung über die Reaktionen in den Kinderaugen lesen können. Doch als die Aufführung vorbei war und es Applaus hagelte und „Zugabe“ gerufen wurde, hatte man richtig gemerkt wie ihre anfängliche Aufregung entfallen ist. Sie begannen zu lachen und zu toben – mit anschließender Wasserbombenschlacht. Die Freude ist kaum in Worten auszudrücken die die Kinder hier ausgestrahlt haben und man hat richtig gemerkt wie sehr wichtig den Kindern das Projekt war und wie froh sie sind, dass ihr Text durch den Applaus bestärkt und befürwortet wurde. Diese positive Resonanz auf ihr eigenes Kunstwerk vermittelte den Kindern zusätzlich, dass es gut ist Kind zu sein und sie jederzeit mit dem Recht auf freie Entfaltung spielen sowie sich ausleben dürfen.