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Lama Rei – Ghostmother







Ich treffe Lama Rei in einer kleinen Scheune am Waldrand von Zürich, in der die zwei Jungs ihr
erstes Album ‚Ghostmother‘ aufgenommen haben. Als ich in die Scheune komme, steht bereits ein
warmer Tee bereit für mich und wir setzten uns um den kleinen Kacheloffen der in der Mitte des
Raums steht.


Lama Rei - Ghostmother Interview

Ghostmother ist ja euer Erstlingswerk; wie kam’s dazu? Wie ist das Album entstanden?

Nico: Das ist uns selber ein Rätsel.

beide lachen
Simon: Es war eine Achterbahnfahrt.
Nico: Wir sind ja beide extrem bedacht, unsere eigene Welt zu erschaffen. Musik spielt dabei eine sehr zentrale Rolle. Wir spielen beide sehr gerne verschiedene Instrumente, Simon zwar um einiges
besser als ich, ich dafür etwas unorthodoxer. Daher war es für uns nur eine Frage der Zeit,
zusammen in eine unserer Welten einzutauchen.
Simon: Die ersten 3/4 dieser Reise waren dann auch echt aufregend und abenteuerlich.
Nico: Dann kam der 4/4.
beide lachen
Simon; Stimmt. Nach dem das Album im Kasten war, wir produzierten ja alles in Eigenregie, machten wir uns ans Eingemachte. Wir sind ja was das Mixing und Mastering anbelangt nach wie vor absolut grün hinter den Ohren. Trotzdem versuchten wir unser Glück auf eigene Faust. Wir arbeiteten dann mit zwei guten Freunden für fast ein halbes Jahr am Mixing und kamen auch ein gutes Stück voran. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Leroy und Igor. Und trotzdem wir gute Resultate erzielten, wollten wir die Soundqualität einige Schritte weiter bringen. Daher dann auch der Entscheid mit Peak Studios zu arbeiten.
Nico: Genau. Ich war an dieser Stelle ja echt sehr skeptisch.
Mit einem dritten Kompagnon auf unser kleinen Arche war ich etwas überfordert. Es hat sich
dann aber bald gezeigt, dass Chris (Peak-Studios) genau der Richtige war, um unsere Musik dort
hinzubringen, wo wir sie haben wollte. An dieser Stelle ein riesen Lob an Chris. die Zusammenarbeit mit ihm verlief echt geschmeidig und super intuitiv. Er stand uns stets mit Rat und Tat zur Seite.



Eure Musik ist ja eher auf der komplexeren Seite des Musikspektrums: Wer ist für was
zuständig und wie entsteht ein Track bei euch?

Simon: Wir sind primär beide für alles zuständig. Das läuft bei uns Hand in Hand.
Nico: Wir arbeiten viel interdisziplinär. Ein Track kann bei uns aus einem Text entstehen der von einer Zeichnung inspiriert wurde oder umgekehrt. Wir malen uns z. B. auch viel spezifische Szenarien aus wie bei Alchemilla. Wir haben uns ein kleines Mädchen vorgestellt, dass in unseren Haaren auf Expeditionsreise ist. Auf der Suche nach Antworten. Dann stellen wir uns wiederum selbst die Frage: Wie hört sich das an?
Simon: Wir spielen auch gerne mit dem Gedanken, wie sich ein Ausserirdischer Musik anhören könnte. Was berührt ein Alien musikalisch? Mit unseren ganz eigenen Antworten auf all diese Fragen entsteht dann so unsere Musik.
Nico: unter anderem.
beide schmunzeln



In eurem kreativen Schaffen spielt ihr auch mit kultureller, sozialer und sexueller Aneignung:
Provokation oder Sensibilisierung?

Nico: Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke es ist etwas von beidem in unserer Arbeit enthalten. Wir wollen aber stets nur Licht ins Dunkle bringen. Wir mögen Kerzen. Es ist uns aber primär sehr wichtig, dass wir mit unserem Schaffen und unserer Ideologie vereinen wollen. Wir predigen universelle Liebe die für uns über kulturellen, sexuellen und sozialer Fragen und Antworten oder Auslegungen dieser stehen sollte. Im Sinne von: Let’s reunite, rejoice to be alive.

Ich bin etwas verwirrt!?
Simon: das sind wir doch alle.



Es finden sich viele Elemente verschiedener Musikrichtungen und Einflüsse diverser
Kulturen in eurer Musik: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben? Gibt es ein passendes
Genre für euch?

Simon: Hmm. Wir bezeichnen unsere Musik ja als schamanischen Hip Hop. Was aber so nicht ganz stimmt. Wir arbeiten nur sehr wenig mit klassichen Hip Hop Elementen. Es ist mehr ein Spielplatz für jegliche Musikrichtungen und Einflüsse die bereit sind, mit uns zu spielen. Am wahrscheinlichsten würde aber sehr beatlastiger Folk auf unsere Musik zutreffen, Elektro Folk würde auch passen. Ich würde sie dann und wann sogar als poppig beschreiben. Wir wollen uns da aber nicht festlegen oder beschränken und nehmen die Musik wie sie kommt. UFO Pop würde mir ansich auch gefallen.



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Was hat es mit euren Lyrics auf sich? Sie wirken auf den ersten Blick teilweise kindlich naiv, überwältigen einem dann aber mit aufwühlenden Themen.

Nico: Ich liebe es zu schreiben. Die Texte entstehen bei mir meist in dem Anliegen, schwierige Dinge in Kinderreimen zu verpacken. Das mit der Formalität der Texte kann aber stark variieren. Teilweise schreibe ich auf Deutsch, teilweise auf Spanisch, dann wieder auf Englisch. Durch die Übersetzung von einer in die andere Sprache entstehen teilweise wieder völlig neue, unvorhersehbare Wendungen. Es gibt Momente in denen ich Texte schreibe und sich erst im Nachhinein entschlüsselt, was es mit der Bedeutung auf sich hat. Ich lasse mich auch sehr gerne von Simons Visionen,
Zeichnungen inspirieren.

Simon: Google Translate.
beide lachen



Wie siehts mit der Zukunft aus? Irgendwelche Pläne, Prokejte die bevorstehen?

Simon: Im Moment arbeiten wir bereits an einer EP mit vier neuen Songs die zur Ghostmother Ära gehören. Auch unser zweites Album ist schon so gut wie im Kasten. Wir arbeiten auch daran, Ghostmother auf die Bühne zu bringen. Das beinhaltet sowohl die Musik bühnentauglich zu schreiben, als auch ein visuelles Konzept zu erstellen. Es ist alles sehr neu und aufregend für uns. Auf ein neues Abenteuer!

 

LINK ZUM ALBUM:

https://lamarei.bandcamp.com/releases

https://open.spotify.com/album/5s5HDJwJN8VpP5Gqf4CPx8?si=cLw080FESlaEVxKC4_-hZQ

 

Interview von Lea Farbstein, Januar 2020.


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