Anfängerfehler im Mixing: unser erster Podcast mit Dennis

Dennis Kreutzberg und ich reden ständig über Musik, über Kundenmixe und über die Dinge, die man online so liest. Irgendwann haben wir gesagt: Lass uns das aufnehmen. Herausgekommen ist Folge 1 unseres Podcasts – ein Gespräch über die Anfängerfehler im Mixing, die wir selbst gemacht haben, und über ein paar Mythen, die sich hartnäckig halten.

Viele, die bei uns ihren Song abmischen lassen, kämpfen vorher mit genau diesen Themen: Der Mix klingt im Auto anders, auf jeder Spur sitzt ein Low Cut, und auf dem Masterbus stapeln sich die Plugins. Dennis leitet unser Tonstudio in Berlin, ich sitze in unserem Studio in Würzburg. Wir sind uns längst nicht in allem einig, und genau das macht das Gespräch aus. Wenn du erst einmal verstehen willst, was beim Mixing überhaupt passiert, oder den kompletten Ablauf suchst, hilft dir unser Mixing-Guide. In diesem Beitrag nehme ich dich mit hinter die Kulissen – von der Idee über die wichtigsten Themen bis zu dem Moment, in dem bei der Aufnahme etwas schiefging.

Inhalt

Welche Anfängerfehler im Mixing besprechen Dennis und ich?

In Folge 1 geht es um die Fehler, die wir selbst gemacht haben: Raum und Abhöre unterschätzen, Low Cut auf jeder Spur, zu viel EQ, alles im Solo mischen, mit den Augen statt mit den Ohren arbeiten und zu viele Plugins. Dazu kommt die Frage, wann ein Mix eigentlich fertig ist. Kein Lehrvortrag, sondern zwei Meinungen aus dem Studioalltag.

Wie der Podcast über Anfängerfehler im Mixing entstanden ist

Dennis ist Inhaber der Blactronic Studios und leitet unseren Standort in Berlin auf der Insel Eiswerder. Wir quatschen oft miteinander, und dabei landen wir fast immer bei denselben Fragen: Was erzählen Kunden, was haben sie irgendwo gelesen, was davon stimmt? Dennis hat es in der Folge gut zusammengefasst – wir merken immer wieder, welche Mythen online und in den Köpfen der Leute herumschwirren. Damit wollten wir ein bisschen aufräumen.

Die Themenliste haben wir vorher gemeinsam aufgeschrieben, das Gespräch selbst lief dann frei. Ich mache Online-Mixing und Online-Mastering seit 2006 (mehr dazu auf meiner Profilseite), Dennis ist seit über zwei Jahrzehnten in der Musikszene unterwegs, angefangen mit eigenen Beats. Wir kommen also aus unterschiedlichen Ecken, und genau das hört man auch. Bei manchen Punkten waren wir sofort einer Meinung, bei anderen haben wir uns ziemlich lange gegenseitig widersprochen – gerade bei den Anfängerfehlern, die wir beide selbst gemacht haben.

Chris Jones und Dennis Kreutzberg lachen im geteilten Bild ihres Podcasts über Anfängerfehler im Mixing
Folge 1 im geteilten Bild: Chris Jones in Würzburg, Dennis Kreutzberg in Berlin
Chris Jones im Studio von Peak-Studios in Würzburg während der Aufnahme
Chris Jones im Studio in Würzburg
Dennis Kreutzberg mit Kappe am Shure-Mikrofon im Studio Berlin
Dennis Kreutzberg im Studio Berlin auf der Insel Eiswerder

Raum, Abhöre und der Auto-Check: die ersten Mixing-Mythen

Wir sind direkt bei der Basis eingestiegen: dem Raum und der Abhöre. Für Dennis ist ein unterschätzter Raum einer der typischsten Anfängerfehler im Mixing – gerade weil das Thema so unspektakulär ist. Jeden Tag kommt neue Plugin-Werbung, aber das beste Plugin kann nicht retten, was du in deinem Raum gar nicht erst hörst. Wer tiefer einsteigen will, findet in unserem Beitrag Kleiner Raum, große Akustik konkrete Ansätze für kleine Räume, zum Beispiel mit Bassfallen gegen dröhnende Tiefen.

Der Auto-Check

Fast jeder kennt das: Im Studio klingt der Mix gut, im Auto dröhnt der Bass. Ich habe es in der Folge vereinfacht erklärt. Tiefe Frequenzen brauchen lange, bis sie ausschwingen. In einem so engen Raum wie dem Auto spielen sie Ping-Pong, der Raum wird angeregt und schaukelt sich auf. Wer dann zu laut aufdreht und zu viel Bass reindreht, hat unten herum schnell einen verwaschenen Klang. Dazu kommt, dass wir Bässe und Höhen bei hoher Lautstärke anders wahrnehmen als leise – genau das beschreiben die Fletcher-Munson-Kurven. Trotzdem nutzen wir beide das Auto gern als Referenz – weil wir es so gut kennen.

Laptop-Lautsprecher als Startpunkt

Ein Punkt hat mich überrascht: Dennis startet seine Mixe ganz bewusst auf den Lautsprechern seines Laptops. Dort hört er nämlich kein Low End, das ihn ablenkt, sondern nur, wo er was hinschiebt und wie laut etwas sein muss, damit es durchkommt. Für Einsteiger, die ohnehin auf dem Laptop und über Kopfhörer mischen, ist das eine gute Nachricht: Das ist nicht automatisch schlecht.

Klingt dein Mix nicht so, wie er soll?

Low Cut, EQ, Solo und Plugins: klassische Anfängerfehler im Mixing

Der größte Block der Folge dreht sich um Anfängerfehler im Mixing, die sich als Gewohnheit einschleichen – bei vielen Einsteigern und bei uns damals auch. Eine ausführlichere Übersicht findest du in unserem Artikel über die zehn häufigsten Fehler im Mix.

Low Cut auf jede Spur?

Ein Low Cut auf jeder Spur gehört für viele zur Routine. Wir haben darüber gesprochen, warum das zum Problem werden kann: Filter haben Nebenwirkungen wie eine Phasenverschiebung, und oft ist es sauberer, eine Spur mit Volume-Automation zu bändigen, als sie reflexartig zu beschneiden. Dazu habe ich eine Geschichte aus dem Unterricht erzählt. Bei einem Schüler wurde das Low End im Mono-Check plötzlich dünn – ein klassisches Problem der Monokompatibilität. Kick und Bass waren es nicht. Schuld waren Flächen, die tief ins Low End reichten und beim Panning sehr weit nach außen gelegt waren.

Batman-Ohren im EQ

Mit einem schmalen Band, also einem hohen Q-Faktor, im Solo erst einmal 18 Dezibel anheben und dann jede Resonanz herausziehen – am Ende sieht der Equalizer aus wie Batman-Ohren. Außerdem sieht Dennis das ständig in Tutorials. Unsere Vermutung: Es passiert vor allem, weil die Werkzeuge es heute so leicht machen, nicht weil der Song es braucht.

Alles im Solo mischen

Für Dennis war das einer seiner größten Fehler von damals. Deshalb ist der Kontext sinnvoller, zum Beispiel Drums und Bass zusammen, gerade im Hip-Hop mit Kick und 808. Mein Bild dazu kommt aus der Küche: Die Zutaten probierst du einzeln, abgeschmeckt wird im ganzen Gericht. Beim Hall heißt das, die Hallfahne kurz solo prüfen und dann im Kontext dosieren.

Mixing-Mythos: Die Kurve muss stimmen

Analyzer und Messwerte sind zwar super Werkzeuge. Aber wir schauen Musik nicht an, wir hören sie. Wer zehn dB Bass herauszieht, nur weil die Kurve anders aussieht als bei der Referenz, hat am Ende trotzdem keinen guten Mix.

Weniger Plugins, mehr Lautstärkeregler

Viele würden übrigens staunen, wie wenige Plugins auf einem Profi-Mix liegen. Im Unterricht hatte ich gerade erst jemanden mit fünfzehn Plugins auf dem Masterbus, um Fehler im Mix zu korrigieren. Meine Gegenfrage: Warum gehst du nicht zurück in den Mix? Ich arbeite lieber mit fünf, sechs Werkzeugen, die ich wirklich kenne – EQ, Kompressor, Hall. Dennis hat noch einen draufgesetzt: Der unterschätzteste Regler im Mix ist der ganz normale Lautstärkeregler. Stört ein Pad, mach es erst einmal leiser, bevor du zum EQ greifst.

Die ganze Folge als Video

Die komplette Podcast-Folge über Anfängerfehler im Mixing dauert gut 66 Minuten und ist am 1. November 2026 auf unserem YouTube-Kanal erschienen. Du kannst sie dir direkt hier ansehen.

Die Folge ist in Kapitel unterteilt, unter anderem zu Raum und Abhöre, zum Low Cut, zu Mono-Check und Phasen, zu zu viel EQ, zum Mischen mit den Augen, zum Plugin-Overload und zur Frage, ob Mastering alles rettet. Dazu kommen 14 kurze Clips, die ab dem 3. November nach und nach auf TikTok, Instagram, Facebook und YouTube Shorts erscheinen.

WELCHEN FEHLER HAST DU AM LÄNGSTEN GEMACHT?

Schreib mir – zur Folge, zu deinem Mix oder zu einem Thema für die nächste Ausgabe. In der Regel melden wir uns innerhalb von 3 Stunden (an Werktagen).

Telefonisch erreichst du uns in der Zeit von Mo-Fr von 09-20 Uhr

Hinter den Kulissen der Podcast-Folge aus zwei Studios

Aufgenommen haben wir remote. Ich saß in Würzburg, Dennis in Berlin. Jeder hat sein eigenes Mikrofon und seine eigene Kamera lokal aufgezeichnet, die Videokonferenz lief nur als Sicherheitsbackup mit. Damit ich beide Seiten später wieder exakt zusammensetzen kann, haben wir am Anfang und am Ende geklatscht – erst ich, dann Dennis. Im Schnitt habe ich daran beide Kameras und beide Mikrofone so synchronisiert, dass Lippen und Ton zueinander passen.

Allerdings lief es natürlich nicht ganz glatt. Ich habe mein „Jetzt klatscht Chris“ einmal zu früh angesagt, und nach ein paar Minuten ist bei Dennis das Handy weggerutscht, mit dem er die Videokonferenz aufgezeichnet hat. Die kurze Unterbrechung samt Technik-Check ist im fertigen Video herausgeschnitten. Dass trotzdem nichts verloren ging, lag genau an den lokalen Aufnahmen: Das Handy war nur das Backup.

Die Lehre für die nächsten Folgen ist deshalb simpel. Jede Seite nimmt selbst auf, das Klatschen gehört an Anfang und Ende, und alles, was nur als Backup mitläuft, steht fest. Außerdem habe ich die Stimmen anschließend für jeden von uns einzeln bearbeitet, damit beide gleich gut klingen – auch wenn die Mikrofone und Räume völlig verschieden sind.

Beide Engineers lachen gemeinsam während der Remote-Aufnahme
Aufgenommen remote: zwei Studios, zwei Kameras, zwei Mikrofone
Dennis Kreutzberg lacht am Shure-Mikrofon in seinem Studio in Berlin
Dennis Kreutzberg im Gespräch, Studio Berlin
Chris Jones und Dennis Kreutzberg verabschieden sich am Ende der ersten Folge
Ende von Folge 1 – weitere Folgen sind geplant

Unsere Tipps zum Schluss – und mein Fazit

Am Ende habe ich Dennis gefragt, welchen einen Tipp er seinem jüngeren Ich geben würde. Seine Antwort kam sofort: Kauf nicht so viel Zeug, lern dein Handwerk. Wissen und Erfahrung kann dir keine Hardware geben. Mein Tipp kommt direkt aus dem Unterricht und Coaching: Erst das Problem hören, dann überlegen, welchen Prozess du dafür wählst. Dennis hat noch ergänzt, was er fast noch schlimmer findet – Dinge zu machen, nur weil man sie immer so macht.

Wenn du tiefer einsteigen willst:

Mein Fazit: Mir hat die Aufnahme richtig Spaß gemacht, gerade weil Dennis und ich so verschieden an Dinge herangehen. Bei allen Unterschieden sind wir uns im Kern einig: Die meisten Anfängerfehler im Mixing haben weniger mit Werkzeugen zu tun als mit Hören. Die Musik ist wichtiger als das letzte halbe Dezibel und als jedes neue Plugin. Weitere Folgen sind geplant. Wenn dir die erste gefällt oder du ein Thema für uns hast, schreib es gern in die Kommentare unter dem Video.

Häufige Fragen zum Podcast mit Dennis Kreutzberg

Dennis Kreutzberg ist Musikproduzent sowie Mixing- und Mastering-Engineer. Er ist Inhaber der Blactronic Studios und leitet den Peak-Studios-Standort in Berlin auf der Insel Eiswerder. In der Musikszene ist er seit über zwei Jahrzehnten unterwegs. Mehr über ihn erfährst du auf Dennis’ Profilseite.

Die Folge läuft auf dem YouTube-Kanal von Peak-Studios und ist oben im Beitrag eingebettet. Kurze Ausschnitte erscheinen ab dem 3. November auf TikTok, Instagram, Facebook und YouTube Shorts.

Ja. Wir sprechen über typische Fehler aus der Anfangszeit und erklären sie mit Beispielen aus dem Studioalltag. Ein paar Begriffe wie Low Cut, Phase oder Mono-Check kommen vor, aber du musst kein Profi sein, um mitzukommen.

Lass ihn dir anhören. In der Mix-Analyse sagen wir dir, welche Baustellen deinen Mix wirklich bremsen. Wenn du selbst besser werden willst, arbeiten wir im Unterricht und Coaching direkt an deinen eigenen Songs.

Ja, weitere Folgen sind geplant. Themenwünsche nehmen wir gern in den Kommentaren unter dem Video oder über das Kontaktformular entgegen.

Bild von Chris Jones

Chris Jones

C.E.O – Mixing- und Mastering-Engineer. Gründer von Peak-Studios (2006) und einer der ersten Online-Dienstleister für professionelles Audio-Mixing und Mastering in Deutschland.