Wie laut mastern?

Wie laut wir Musik mastern sollen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheiden ist hier das Genre und das Zielmedium. Generell bewegen sich aktuelle Master im Bereich zwischen -6 LUFS und -14 LUFS – wie du dieses Level sauber erreichst, zeigen unsere 10 Mastering-Tipps

Um eine angemessene und genau Antwort auf die Frage geben zu können, wie laut ein Master sein soll, müssen wir uns zunächst mit den folgenden Punkten vertraut machen:

Was ist der Unterschied zwischen Lautstärke und Lautheit?

Die Lautstärke ist eine physikalische Größe, mit der Schall gemessen wird, häufig durch Messung des Schalldrucks in dBa oder dBc. Darüber hinaus kann die Lautstärke einfach durch Drehen des Lautstärkereglers am Abspielgerät erhöht oder verringert werden. Die Lautheit ist die Wahrnehmung des Schalls, deren Messung auf dem psychoakustischen Modell beruht. Die gemessene Lautheit wird im LUFS gemessen und bewertet. Im Gegensatz zur Lautstärke kann die Lautheit nicht durch Drehen des Lautstärkereglers am Abspielgerät erhöht werden.

Weitere Infos:

Hardware-Limiter im professionellen Mastering-Rack mit leuchtendem Gain-Reduction-Meter in Rot und Orange bei starker Limitierung.

Loudness-Ziel-Finder: Wie laut soll dein Master werden?

Mit unserem kostenlosen Loudness-Ziel-Finder bekommst du in drei Klicks eine konkrete LUFS-Empfehlung für dein Master – berechnet aus unseren eigenen Lautheits-Messungen realer Chart-Songs, nicht aus den pauschalen Plattform-Normwerten.

Anleitung: So benutzt du den Loudness-Ziel-Finder

  1. Genre wählen: Klicke auf das Genre, das deinem Song am nächsten kommt. Für jedes Genre haben wir echte Chart-Songs gemessen – deine Empfehlung basiert also auf dem, was in deinem Genre wirklich veröffentlicht wird. Dein Genre ist nicht dabei? Nimm das klanglich ähnlichste (z. B. Rock → Pop oder Metal, Schlager → Pop, Ambient → Singer/Songwriter & Akustik).
  2. Ziel wählen: Gib an, wofür du masterst – Streaming (Spotify, Apple Music, YouTube), Club/DJ-Set, Vinyl oder CD. Das ändert nicht deine Ziel-Lautheit, zeigt dir aber, wie die jeweilige Plattform deinen Track bei der Wiedergabe behandelt.
  3. Klang-Charakter wählen: „Laut & druckvoll“ zielt auf das obere Ende dessen, was die Charts in deinem Genre machen. „Ausgewogen“ liegt beim Chart-Durchschnitt. „Dynamisch & offen“ lässt deinem Track mehr Atem und Dynamik – auf Kosten von etwas Lautheit.
  4. Ergebnis nutzen: Du bekommst deinen LUFS-Zielbereich, das True-Peak-Limit und die passenden Export-Einstellungen. Mit „Export-Settings kopieren“ landet alles in deiner Zwischenablage – zum Abhaken beim Export in deiner DAW.

So liest du dein Ergebnis

  • LUFS-Zielbereich (z. B. −9,9 bis −8,9 LUFS): Das ist die integrierte Lautheit, die dein fertiges Master über die gesamte Länge haben sollte – gemessen als LUFS (Integrated). Der Bereich stammt aus unseren Messungen echter Chart-Releases deines Genres.
  • True Peak (z. B. max. −2 dBTP): Das ist die Obergrenze für deinen wahren Spitzenpegel – stelle sie als Ceiling in deinem Limiter ein. Wir empfehlen bewusst 1–2 dB Sicherheits-Headroom: Beim Umrechnen in Streaming-Codecs (AAC, Ogg, MP3) entstehen Inter-Sample-Peaks, die ohne Headroom hörbar verzerren. Bei Mastern lauter als −14 LUFS gilt: immer −2 dBTP.
  • Plattform-Zeile („wird ~5 dB leiser geregelt“): Streaming-Dienste gleichen die Wiedergabe-Lautstärke aller Songs an (Loudness-Normalisierung). Dass dein Track dabei leiser geregelt wird, ist kein Fehler und kein Nachteil – das passiert mit jedem Chart-Song. Deshalb wäre es falsch, einfach auf den Plattform-Wert (z. B. −14 LUFS) zu mastern: Dein Track würde nicht lauter klingen, aber Druck und Charakter gegenüber den Chart-Referenzen verlieren.

So setzt du die Werte in deiner DAW um

  1. Stelle das Ceiling deines Limiters auf den empfohlenen True-Peak-Wert (True-Peak-Modus bzw. ISP-Limiting aktivieren).
  2. Fahre den Limiter, bis dein Track im LUFS-Zielbereich liegt – messen kannst du das kostenlos mit unserem Loudness Meter (LUFS-Analyzer), direkt im Browser und ohne Upload.
  3. Höre kritisch gegen: Klingt der Track gepresst oder pumpt er, nimm lieber 1–2 dB Lautheit zurück – ein gutes Master lebt vom Verhältnis aus Lautheit und Dynamik, nicht von der letzten Dezimalstelle.
  4. Exportiere als WAV mit 24 Bit in der Samplerate deines Projekts (44,1 oder 48 kHz), ohne zusätzliche Normalisierung.

Wie der Loudness-Ziel-Finder rechnet

Die Empfehlungen stammen aus unseren eigenen Lautheits-Messungen realer Chart-Songs (Original-Audiodateien, integrierte Lautheit nach ITU-R BS.1770): Metal Ø −6,5 LUFS, Techno Ø −7,5, Pop Ø −7,5, EDM Ø −8,6, Hip-Hop & Rap Ø −9,4, Singer/Songwriter Ø −9,6 LUFS. Die Detail-Messungen mit allen Referenz-Songs findest du auf unseren Genre-Seiten, zum Beispiel Hip-Hop & Rap, EDM, Techno, Metal, Pop und Singer/Songwriter. Plattform-Werte wie −14 LUFS (Spotify) oder −16 LUFS (Apple Music) sind reine Wiedergabe-Normalisierung und fließen nicht in die Empfehlung ein. Für den True Peak empfehlen wir unabhängig vom Genre −1 bis −2 dBTP Headroom, bei Mastern lauter als −14 LUFS grundsätzlich −2 dBTP. Stand der Messungen: 2023. Fachlich verantwortlich: Christopher Subat, Peak-Studios.

Spielt das jeweilige Zielmedium eine Rolle bei der Lautheit im Mastering?

Nein, grundsätzlich spielt das Zielmedium für die Lautheit des jeweiligen Titels im Mastering-Prozess keine Rolle. Zu beachten sind lediglich die Spezifikationen, die das jeweilige Zielmedium mit sich bringt. Folgende Zielmedien sind zu unterscheiden: Die Einhaltung der jeweiligen Spezifikationen für das Zielmedium ist enorm wichtig, um einen unverfälschten Klang in bestmöglicher Qualität auf dem jeweiligen Abspielmedium zu gewährleisten.

Spielt das Musikgenre eine Rolle bei der Bestimmung der Lautheit im Mastering?

Ja, das Musikgenre spielt eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Ziellautheit innerhalb des Masters. Natürlich wollen wir hier die bestmögliche Qualität gewährleisten, aber auch konkurrenzfähig zu anderen Titeln der gleichen Musikrichtung sein.

Die Antwort hängt von Plattform, Genre und Distribution ab — den vollen Lautheits-Kontext mit Zielwerten je Plattform sammelt der Mastering-Guide.

Um einen Anhaltspunkt zu geben, wie laut

zu geben, haben wir eine Reihe von Artikeln zusammengestellt, die auf wissenschaftlichen Studien basieren:

Weitere nützliche Infos:

48 khz Samplerate – Warum 44,1 khz bald out ist:

https://www.peak-studios.de/48-khz-der-neue-standard/

Intersample Peaks – Warum 2 dbTP Headroom besser ist

https://www.peak-studios.de/intersample-peaks/

Streaming Mastering von Peak-Studios:

https://www.peak-studios.de/mastering/

Tipp: Miss die Lautheit deines Masters in LUFS – kostenlos im Browser mit unserem Loudness Meter.

Bild von Chris Jones

Chris Jones

C.E.O – Mixing- und Mastering-Engineer. Gründer von Peak-Studios (2006) und einer der ersten Online-Dienstleister für professionelles Audio-Mixing und Mastering in Deutschland.