eMastering – vom Tonstudio- zum Online Mastering

eMastering bezeichnet das digitale Mastering, bei dem ausschließlich Software zum Einsatz kommt – entweder am heimischen PC oder im professionellen Tonstudio. Statt analoger Hardware-Geräte übernehmen Plugins die Aufgaben von Equalizer, Kompressor und Limiter, um den Mix für alle Abspielgeräte und Streaming-Dienste zu optimieren.

Das Online-Mastering ist der letzte Schritt der Audio-Postproduktion im Tonstudio. Dabei geht es vor allem darum, die verschiedenen Elemente der Audiodatei, die zuvor im Mixing zusammengeführt wurden, exakt auszubalancieren und für die Wiedergabe auf verschiedenen Abspielgeräten zu optimieren. Unabhängig davon, welches Endgerät dem Hörer zur Verfügung steht, soll das Mastering ein bestmögliches Hörerlebnis garantieren. Der Begriff „eMastering“ bedeutet, dass dieser Arbeitsschritt mit elektronischen Hilfsmitteln durchgeführt wird, wobei sowohl die Arbeit am heimischen PC als auch der Einsatz von Software im Tonstudio ein Mastering als eMastering qualifizieren.

Gerade weil eMastering ortsunabhängig funktioniert, ist es auch für Schweizer Künstler interessant: Unser Ratgeber für Schweizer Künstler zeigt, wann ein Online-Studio reicht und wann sich ein lokales Studio lohnt.

Vom Mastering zu eMastering

Die Bearbeitung von Audioaufnahmen am PC war natürlich nicht immer Standard in der Postproduktion – nach der Erfindung des Phonographen durch Thomas A. Edison (1878) dauerte es einige Zeit, bis sich das eMastering in den Studios durchsetzte. Bei der Arbeit mit Tonbändern stellte sich heraus, dass mit Equalizern und Dynamiktools Rauschen, Frequenzgang, Klangqualität und Lautstärke des Bandes noch genauer austariert werden konnten und so eine erste Form des Masterings möglich war.

eMastering ist die digitale Express-Variante — wie sie sich von klassischen Mastering-Stufen unterscheidet, erklärt der Mastering-Guide.

Heute ist es eher selten geworden, dass Masteringstudios rein analog arbeiten – entsprechend ist das eMastering zum neuen Standard im Mastering geworden. Das bedeutet, dass in irgendeiner Form immer Software zum Einsatz kommt. Meist handelt es sich dabei um sogenannte Plugins, die Geräte aus dem analogen Mastering als Software auf dem Computer simulieren. Dadurch hat der Audio-Engineer mehr Möglichkeiten, das optimale Master zu erstellen und online zur Verfügung zu stellen.

Ziel des eMastering ist es, genau wie beim klassischen Mastering, die klanglichen Elemente eines Mixes auszubalancieren, die Wiedergabe auf allen Abspielgeräten und Medien zu optimieren und so zu bearbeiten, dass der Song auf allen Geräten möglichst gleich „gut“ klingt. Beim eMastering zählen nicht nur Frequenzgang, Pegel und Lautstärke, sondern auch der noch vorhandene Headroom. Dieser wird benötigt, um Streaming-Portalen die Konvertierung in andere Abspielformate zu ermöglichen, damit der Song auch auf unterschiedlichen Endgeräten abgespielt werden kann.

Häufig gestellte Fragen zu eMastering

Grundsätzlich ja: Da beim eMastering ausschließlich Software zum Einsatz kommt, kannst du mit EQ-, Kompressor- und Limiter-Plugins ein Master selbst erstellen. Die Herausforderung liegt weniger an den Werkzeugen als am geschulten Gehör, an einer neutralen Abhörsituation und an der Erfahrung, Probleme im Mix richtig einzuschätzen. Wer regelmäßig veröffentlicht, fährt mit einem erfahrenen Mastering-Engineer meist sicherer – einen Überblick über die einzelnen Schritte gibt unser Mastering-Guide.

Die Klangqualität hängt nicht davon ab, ob analoge Hardware oder Plugins genutzt werden, sondern vom Können des Engineers und von der Abhörsituation. Moderne Plugins bilden klassische analoge Geräte sehr präzise nach, sodass professionelles eMastering Studio-Niveau erreichen kann. Der Ort der Bearbeitung ist dabei weniger entscheidend als Erfahrung, Abhöre und saubere Kommunikation – der Mix wird digital übermittelt und das fertige Master zurückgeschickt.

Nein. Automatisierte Dienste wie LANDR oder BandLab wenden feste Algorithmen und Presets an, ohne den Kontext deines Songs zu bewerten. Beim eMastering trifft dagegen ein Mensch die klanglichen Entscheidungen und geht gezielt auf Genre, Mix und Ziel der Veröffentlichung ein. Wo die Grenzen automatischer Tools liegen, beleuchtet unser Beitrag dazu, ob KI das Mastering ersetzen kann.

Liefere deinen Mix am besten ohne Limiter oder Maximizer auf dem Summenkanal und mit etwas Reserve nach oben – üblich sind etwa −6 dB Headroom an der lautesten Stelle, sofern der Mix dabei nicht künstlich leiser gezogen oder bereits stark limitiert wurde. Dieser Spielraum gibt dem Engineer Platz, um Dynamik, Frequenzen und Lautheit sauber zu bearbeiten. Ein übersteuerter oder bereits stark komprimierter Mix lässt sich im Mastering nur schwer wieder öffnen.

Konnten wir dein Interesse an einem eMastering wecken?

Neben den vielfältigen Möglichkeiten der Audio-Bearbeitung durch diverse Plug-ins profitiert man heute von der Möglichkeit, das Mastering bequem von zu Hause aus online in Auftrag zu geben und dabei auf die Technik und das Know-how erfahrener eMastering-Engineers zurückgreifen zu können.