Tutorial: EQ’ing – Grundprinzipien verstehen – Frequenzbild säubern ITunes, Youtube, Spotify, Amazon und co. – So sollte Euer Song sein!

Tutorial: Kompression – Funktionen verstehen – Anwendungsmethoden






    Update: 27.03.21

    Welche Möglichkeiten und Anwendungen der Kompression gibt es?

    Vorerst ist zu erwähnen, dass durch eine Kompression, in der Regel, der Dynamikbereich vermindert wird. Dies bedeutet, dass die Differenz zwischen der „leisesten“ und „lautesten“ Stelle im Audiomaterial geringer wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den Anwendungsmethoden der Aufwärts-Kompression und der Abwärts-Komperssion. Am bekanntesten ist die Abwärts-Kompression. Hier werden bestimmte Passagen mit hohem Pegel verringert, somit erhöht sich die Signaldichte, was eine Reduktion der Dynamik zufolge hat. Bei der Aufwärts-Kompression funktioniert der Prozess ähnlich, nur werden hier die Passagen mit geringem Pegel angehoben, um somit eine Verdichtung des Gesamtsignales zu erreichen.



    Kompressor Arten

    Man unterscheidet in erster Linie zwischen Breitband- und Multibandkompressor. Des Weiteren gibt es noch den Röhrenkompressor und den Optokompressor. Der Breitbandkompressor bearbeitet den kompletten Frequenzbereich des Audiomaterials. Beim Multibandkompressor lassen sich je nach Typ verschiedene Frequenzbänder definieren, die unabhängig voneinander komprimiert werden können. Der Röhrenkompressor arbeitet mit einer Elektronenröhre statt einer Halbleiterschaltung, was bei vielen die Meinung zufolge hat, dass ein Röhrenkompressorwarm“ klingt. Der Optokompressor – in Fachkreisen spricht man von einem „britischem Kompressor“ – arbeitet mit einer Leuchtdiode in der Steuerung. Die Arbeitsweise würde ich persönlich eher als „lasch“ oder „träge“ definieren, welche aber trotzdem sehr musikalisch klingt und eine neue Möglichkeit des kreativen Arbeitens beim Mixing oder Testmaster eröffnet.

    Grundsätzlich gibt es folgende Kompressoren:

    – VCA Kompressor

    – FET Kompressor

    – Opto Kompressor

    – Variable-Mu-Kompressor

    Welche Einstellungsmöglichkeiten hat ein Kompressor?

    • Attack: Dieser Wert legt fest ab wann der Kompressor anfangen soll zu arbeiten – Möchte man die Transienten behalten, wählt man also eine mittelkurze Attack z.B. 50ms
    • Relese: Die Releasezeit legt fest wie lange der Kompressor benötigt um die Kompression einzustellen – Auch dieser Wert kann je nach Quellmaterial variieren. So hat man z.B. bei schnell gespielten Drums eher eine etwas kürzere Releasezeit (z.B. 80-100ms), bei langsamen Gesang wiederum eine etwas längere bis lange Releasezeit (z.B. 140-250ms)
    • Ratio: Dieser Wert legt fest wie viel Dezibel in die Kompression gehen und was davon noch übrig bleibt. Bei einer Ratio von 4:1 bleiben also pro 4 DB die in die Kompression gehen, 1 DB übrig.
    • Gain: Mit diesem Wert kann man das komprimierte Signal verstärken, welches vorher durch die Kompression im Pegel reduziert wurde.

    Wann empfiehlt sich welche Art von Kompressor?

    „Gut ist, was gut klingt!“

    Deshalb würde ich nicht behaupten, dass eine bestimmte Art von Kompressor für einen bestimmten Typ von Audiomaterial zu verwenden ist. Gerade im Bereich von Mixing und Mastering ist der Einsatz verschiedenster Kompressoren wichtig, aber nicht nötig.  Nehmen wir z.B. ein Drumset aus dem Rockbereich, hier könnte man mit jedem x-bliebigen Kompressor arbeiten. Möchte ich das Gesamtsignal einheitlicher klingen lassen, würde ich eher einen Breitbandkompressor bevorzugen – für mich ist dieser Vorgang wie eine Art „Klebeprozess“, bei der ich die einzelnen Elemente mit Hilfe des „Klebers“ (Kompressor) zu einer Einheit zusammenfüge. Den Multibandkompressor setze ich bei Frequenzbildern ein, deren Teilbereiche unterschiedliche Attack- bzw. Releasezeiten haben, die Dynamik der Teilbereiche stark variiert oder weil ich nur einen bestimmten Bereich des Frequenzbildes komprimieren möchte. Im Testmaster arbeite ich unter anderem mit dem Drawmer S3 Multiband Röhrenkompressor.

    Anwendungsbeispiel: Vocals

     

    In dem Beispiel konnte ich euch die Funktionen eines Kompressors und einer Kompression hoffentlich ein wenig näher bringen. Da das Thema ein sehr breites Spektrum an Wissen beinhaltet, war es mir leider nicht möglich alles über Kompression in einem Video zusammenzufassen. Es wird zukünftig zu jeder Hauptkategorie eine Unterkategorie geben, in denen wir genauer auf einzelne Funktionen und Anwendungsbeispiele rund ums Komprimieren und den Kompressor eingehen werden.



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    Parallele Kompression

    In der parallelen Kompression wird das Hauptsignal anteilig komprimiert. Der hieraus entstehende Effekt wird oft als nah und direkt empfunden. Sinn macht eine paralelle Kompression überall da, wo eine Verdichtung oder Kräftigung des Grundsignals statt finden soll, jedoch der Eigencharakter und die Dynamik des Grundsignals erhalten bleiben soll. Meist wird diese Art der Verdickung auf Drums oder Vocals angewendet, da oft hier der nötige „Druck“ fehlt.

    Eine Mögliche Einstellung für eine paralelle Kompression sieht z. B. wie folgt aus:

    Attack Zeit: Möglichst gering (0,1 ms)

    Release Zeit: Möglichst lange (200-500 ms)

    Treshhold: So einstellen, dass eine Gain Reduction von 6 db heraus kommt.

     

    Die kompressions Methode kann bei einigen noch nach Peak oder RMS eingestellt werden. Die Einstellung hierbei kann man nach eigenem Geschmack wählen. Wir empfehlen jedoch nach Peak zu komprimieren.

    Das paralell komprimierte Signal kann je nach Geschmack dazu geregelt werden. Einen festen Richtwert gibt es hierfür nicht.

     

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