TOP-DOWN-MIXING

SCHNELLER ZUM BESSEREN MIXDOWN

 

Beim „top down mixing“ gelangt Ihr schneller zum besseren Mix und dies mit weniger Plugins. Zudem wird nur das im Signal entfernt, was wirklich benötigt wird. Dadurch wird Euer Song wesentlich musikalischer und ihr habt mit weniger Phasen-Problemen zu kämpfen, da weniger Filter verwendet werden müssen.

WAS IST TOP DOWN MIXING?

Bei top down mixing handelt es sich um eine Technik, bei der wie der Name schon sagt, von oben nach unten gemischt wird.  Wenn man in unserem Fall als „oben“ den Master Bus nimmt und als „unten“ die einzelnen Spuren, so wird schnell klar, dass wir mit unserem Mixing am Masterbus beginnen.

Ziel hierbei ist es, möglichst in der Masterspur und in den einzelnen Gruppenspuren den Song tonal, spital und dynamisch schon so zu perfektionieren, dass wir uns möglichst viel der Einzelspur-Bearbeitung sparen.

WELCHE VORTEILE HAT TOP-DOWN-MIXING?

  • Schnelleres Gesamtergebnis
  • StörBereiche früher erkennen
  • Weniger Plugins
  • Musikalischerer Klang
  • Weniger Phasen Probleme
  • Kontrollierteres Ergebnis für ein späteres Mastering

WIE FUNKTIONIERT TOP-DOWN-MIXING

  1. Wir öffnen unseren Master-Bus oder Stereo out in unserer DAW. Hier benötigen wir mindestens einen EQ und einen Limiter. Wer etwas gezielter vor komprimieren möchte, kann hier gerne einen normalen VCA, FET Cmpressor oder einen Multibandkompressor noch zusätzlich in den Kanal laden.

    Im Limiter wählen wir erstmal eines der Standard Mastering Presets und ziehen den threshold so weit nach unten bis der Song im Ganzen eine Lautheit besitzt, welche andere Titel in eurem Genre auch besitzen. Im Anschluss probieren wir verschiedene Presets durch und entscheiden uns für das, welches am Besten zu unserem Song passt.
Top Down Mixing Master Bus Prozess Peak-Studios
Master Bus Prozess
  1. Nun beginnen wir mit dem „leveling“ der einzelnen Gruppen Kanäle und nehmen gleichzeitig auch hier die Panorama-Verteilung, sofern nötig, vor. Im Anschluss widmen wir uns den einzelnen Kanälen innerhalb der Gruppenspuren und führen selbiges wie oben beschrieben durch. So haben wir schon mal einen ganz groben Rough Mix.
Top Down Mixing Bus Prozess Peak-Studios
Gruppen Bus Prozess
  1. Nun gehen wir wieder zurück in den Master Bus und fangen an mit dem Equalizer Frequenzbereiche anzuheben und abzusenken, bis wir unserem gewünschten Endergebnis ein Stückchen näher kommen.

    Um hier noch effizienter und objektive arbeiten zu können, vergleichen wir immer wieder A/B mit unserer Referenz.

    Sollten wir mit dem Limiter und dem Equalizer noch nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen sein, so können wir uns hierfür noch einen Kompressor zu Hilfe ziehen. Auch hier gilt erst mal das Verwenden von vorhandenen Presets. Diese lassen sich nach Wunsch und gefallen dementsprechend modifizieren.

    Wichtig ist es sich in erster Linie auf das Gehörte zu verlassen. Wem das noch zu wenig oder ungenau ist, darf sich natürlich gerne ein Metering zur Hilfe nehmen.

  1. Nachdem wir den Master Bus zu unserer Zufriedenheit bearbeitet haben, gehen wir zu den Gruppenspuren über.

    Hier benötigen wir einen Equalizer und wahlweise einen oder mehrere Kompressoren. In dem Gruppenspuren fassen wir einzelne Instrumente oder Sounds zu Gruppen zusammen.

    Sinnvolle Gruppen wären z.B. Drums, Bass, Vocals, Backings oder Chöre, Gitarren, EFX, Streicher etc.

    Zuallererst stellen wir alle aktiven Plugins auf Bypass, so dass wir nur das Rohmaterial hören. Im Anschluss schalten wir alles wieder an und bearbeiten die einzelnen Gruppen mit dem Kompressor und dem EQ, wie in den Punkten oberhalb beschrieben. Wir führen noch einen „vergleichs-Check“ durch und schalten wieder alle Plugins auf Bypass. Dies hilft uns dabei ein Vorher/Nachher Gefühl zu bekommen und zu entscheiden, ob uns der Klang so gefällt, oder wir doch die ein oder andere Frequenz- oder Klangeigenschaft mit im Titel haben möchten, die wir nach Bearbeitung auf einmal nicht mehr hören.

Top Down Mixing Bus Leveling Peak-Studios
Gruppenspur Leveling
  1. Wir modifizieren unseren Masterbus in Abstimmung mit den einzelnen Gruppenspuren noch einmal nach, bis wir ein besseres Ergebnis als zuvor erreicht haben.

 

  1. Nun beginnen wir mit der Einzelspur Bearbeitung und modifizieren diese jeweils mit einem Equalizer und/oder Kompressor so, dass diese positiv zu unserem Gesamtergebnis Beitragen. Erst modifizieren wir diese auf den Klang der einzelnen Gruppenspur und dann auf den gesamten Titel. Auch hier machen wir wieder an A/B Vergleich mit und ohne Plugins.
  1. Sofern wir alle Kanäle in unserem Mix aufeinander abgestimmt haben, können wir uns im nächsten Schritt der musikalischen Bearbeitung zuwenden.

    Wir fügen also klangverändernde Prozesse hinzu.  Dies können von einem Reverb bis zum Delay oder anderen ausgefallenen Effekten wie Phaser, Autotune, Saturation oder Automationen sein. Hierbei sollte aber immer das Gesamtergebnis und der Klang der Master-Spur beachtet und ggf. neu nach der oberigen Reihenfolge abgeändert werden.

    Ein A/B Vergleich mit und ohne Plugins, sollte hier in jedem Falle gemacht werden!

  1. Ist nun alles klanglich zu unserer Zufriedenheit, so überprüfen wir noch einmal als letzten Schritt, ob alle Spezifikationen für das jeweilige Medium oder Streaming-Anbieter eingehalten wurden.

    Wir sollten uns hierbei fragen, ob unsere Lautheit konkurrenzfähig ist, wir im richtigen Fileformat arbeiten, die Sample-Rate und Bittiefe stimmt und ob Output Peak und TruePeak den gewählten Spezifikationen entsprechen.

    Ein letzter Blick ob der Frequenzgang ähnlich unsere Referenz ist und wir können den fertigen Song exportieren.

TOP-DOWN-MIXING GEHEIMTIPP

Um noch effizienter nötige Veränderungen oder Überlagerungen von Frequenzen und Instrumente, die einander kaschieren können zu erkennen, empfehlen wir Euch folgendes Vorgehensweise:

Schnappt euch einen Analyzer bei dem Ihr ein gewisses Frequenzband isolieren könnt, im Idealfall könnt ihr im Analyzer auch noch Mitten- und Seiten-Signal getrennt abhören.

Sollten diese Möglichkeiten Euch nicht zur Verfügung stehen, reicht hier auch ein einfacher Multiband Kompressor.

Aber Vorsicht: stellt diesen so ein, dass hier keine Bearbeitung in Form von Kompression stattfindet. Nun habt ihr zumindest 3 oder mehr Bänder die ihr getrennt voneinander anhören bzw abhören könnt.

Wenn ihr jetzt noch Mitten-Signal bzw. Seiten-Signal solo schaltet, ist es Euch möglich mithilfe der Frequenzband-Isolation einzelne Teilbereiche von Eurem Song anzuhören und mit eurer Referenz abzugleichen und gegebenenfalls in einzelnen Gruppen- oder  Instrumenten- Spuren die notwendigen Änderungen vorzunehmen. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Bassbereich den wir  mal frei von 20 Hz bis 100 Hz definieren.

Schaltet ihr Euch diesen Bereich solo und hört das Seiten Signal ab, könnt ihr schnell feststellen, ob eure Bassline oder andere Instrumente, Bass-Anteile im Seiten Signal hinterlassen, welches die „Mono-Mitte“ nicht mehr differenzierbar genug darstellen lassen könnten.

Wenn ihr im Umkehrschluss dass Mitten-Signal getrennt abhört, könnt ihr auch hier feststellen, ob Instrumente oder vocals zu sehr in den Low-end Bereich mit einspielen und dadurch vielleicht Obertöne eurer baseline oder Kick-Drum kaschieren und diesem Bereich Energie rauben.