EDM Mixingtipps – So mischt du elektronische Musik

Unsere EDM Mixing-Tipps

Gutes EDM Mixing entscheidet darüber, ob dein Track im Club und auf Kopfhörern gleichermaßen druckvoll und klar klingt. Egal von welchem großen EDM Künstler man Tracks anhört, es finden sich immer wieder Überschneidungen bei der Technik, dem Arrangement, den Effekten, Übergängen und Drops, sowie im Mixing und im Mastering. Um Eure EDM Produktionen näher an das gewünschte Ergebnis heranzuführen, möchten wir heute einige wichtige Punkte vorstellen damit Euch der perfekten Mixdown gelingt!

1. Side Chain/ Ducking Technik

Damit Tracks wie Titanium von David Guetta oder Skillrex Bangarang diesen auffälligen Pump Effekt bekommen, wird die Side Chain Technik eingesetzt. Möchte man beispielsweise dafür sorgen, dass die Bassline zum Rhythmus der Kick pumpt so müsste man folgendermaßen vorgehen:

1. Man legt auf die Bassline einen Kompressor mit Side Chain Eingang (Im Normalfall ist jeder Kompressor heutzutage mit einem ausgestattet).

2. Nun routet man die Kick in den Sidechain Eingang des Kompressors.

3. Mit dem Threshold Regler lässt sich dann die Intensivität des Effektes einstellen.

Tipp:

Um sich diesen Prozess zu vereinfachen, empfehle ich folgendes VST-Plugin:

https://www.kickstart-plugin.com/

Hände an einem Synthesizer-Modul in einem dunklen Studio mit neonpinken und cyan LED-Akzenten in energetischer EDM-Produktionsatmosphäre.

2. Übergänge

Folgende Tipps können dir helfen deine Übergänge aufzubessern:

1. Steigere eine Snare, Clap von 1/16 bis zu 1/64 oder 1/128 = Snareroll

2. Benutze Raise Up Effekte die parallel dazu aufsteigen

3. Du kannst gegen Ende deines Überganges noch einen High Pass Filter (HPF) dazu schalten, der dann die Tiefen, unteren Mitten deiner Snareroll entfernt und so die Power des Drops steigert.

4. Wenn du eine Melodie steigert kannst du evtl. auch mit Hall arbeiten und eine Sequenz erstellen, bei der der Hallanteil mit zunehmender Schnelligkeit vermindert wird. Auch anders herum wäre dies möglich.

5. Schaffe Breaks in deinen Liedern – sie beleben und sorgen dafür, dass die Power bestehen bleibt und nicht abschwächt. Denn weniger ist oft mehr!

6. Arbeite mit Reverse z.B. bei einer Cymbal

3. Synthesizer

1. Achte darauf, dass du immer mit unterschiedlichen Oszillatoren arbeitest.

Ein Beispiel: Benutze als Bassline einen Synth mit Square Form (Rechteck), als Leading einen Synth mit Saw Form (Dreieck) und als Tiefbass einen Synth mit Sine Form (Sinus).

2. Leading Synth, wie man sie z.B. bei DJ Antoine findet, haben oft eine sehr kurze Release, aber hohe Decay und Sustain Zeit.

3. Eine hohe Attack Zeit bei deinem Leading Synth in Kombination mit Sidechain kann interessante Ergebnisse erzielen.

4. Allgemeine EDM Mixing-Technik

Achtet darauf, dass Ihr beim Mixing von EDM (elektronische Musik) Tracks ein volles und vor allem druckvolles Mittenbild bekommt. Die Stimme – sofern Ihr nicht Sia heißt – könnt Ihr ruhig schön im Mix platzieren und muss nicht darüber stehen. Der Bassbereich soll schön rund sein und eine leicht steile Roll-Off Kurve besitzen. Die Höhen wirken im EDM meist sehr hell und werden stark komprimiert. Aber auch hier gilt: Weniger ist oft mehr!

Autoren: Marcel Eitle, Chris Jones

Das Low-End sauber halten: Mono-Bass und Frequenztrennung

Im EDM entscheidet sich der Mix fast immer im Bassbereich. Damit Kick und Bass nicht gegeneinander arbeiten, solltest du ihnen getrennte Frequenzfenster geben, statt nur lauter zu drehen. In der Praxis hat sich ein klarer Rollenplan bewährt:

  • Kick: trägt den Punch im Bereich um 50–100 Hz, der Klick-Anteil sitzt bei 2–5 kHz.
  • Bass: füllt den Raum darunter und dazwischen, oft mit einem leichten Cut genau dort, wo die Kick ihren Druckpunkt hat.
  • Sub: alles unter ca. 40 Hz gehört einer einzigen Quelle, nie zwei gleichzeitig.

Mach den tiefen Bereich konsequent mono. Tiefe Frequenzen liefern keine brauchbare Stereo-Information, kosten aber Headroom und können auf großen Anlagen Phasenprobleme erzeugen. Ein Mono-Maker oder die Mono-Funktion deines EQ unterhalb von etwa 120 Hz sorgt dafür, dass dein Drop auf dem Club-System genauso steht wie im Kopfhörer.

Gain Staging und Headroom für den lauten Drop

EDM lebt von Lautheit, doch Lautheit entsteht im Mastering, nicht durch einen überfahrenen Mix. Wer schon beim Mischen alles ins Rote drückt, nimmt dem Drop genau die Dynamik, die ihn knallen lässt. Halte deinen Mixbus mit Reserve: Peaks um −6 dBFS sind ein guter Richtwert, damit später noch sauber Platz bleibt.

Plane den Energieverlauf bewusst. Wenn dein Breakdown schon fast so laut ist wie der Drop, fehlt der gefühlte Sprung. Nimm Strophen und Breaks gezielt etwas zurück, damit der Drop relativ dazu größer wirkt. Dieser empfundene Lautheitssprung ist oft wirkungsvoller als jedes weitere dB im Limiter. Wer den finalen Schliff abgeben möchte, findet im Mastering die nötige Endlautheit, ohne den Mix vorher kaputtzudrücken.

Stereobild und Tiefe bewusst gestalten

Ein breiter, dreidimensionaler Mix entsteht nicht durch einen Stereo-Widener auf dem Master, sondern durch saubere Staffelung. Behalte die Mitte stark und nutze die Seiten für unterstützende Elemente:

  • Kick, Bass, Lead und Vocal gehören in die Mitte oder dicht daneben.
  • Plucks, Arps, Pads und FX-Sounds dürfen nach außen wandern und Breite schaffen.
  • Tiefe baust du über Hall und Delay: trockene Sounds wirken vorne, halligere weiter hinten.

Prüfe Breite immer auch in Mono. Was im Stereo riesig klingt, kann mono auslöschen. Wenn ein Element beim Mono-Check deutlich leiser oder dünner wird, hast du ein Phasenproblem, das du vor dem Bouncen lösen solltest.

Mit Referenztracks und ehrlichem Abhören arbeiten

Lade dir zwei oder drei professionell gemischte Tracks deines Subgenres direkt in dein Projekt und pegle sie grob auf deine Lautheit ein. So hörst du sofort, ob dein Bass zu fett, deine Höhen zu spitz oder dein Drop zu schmal sind. Wichtig: Vergleiche pegelangeglichen, sonst gewinnt im direkten Hören fast immer das lautere Signal.

Höre außerdem über mehrere Quellen: Studiomonitore, Kopfhörer und ein billiger Bluetooth-Lautsprecher decken zusammen die meisten Schwächen auf. Gönn deinen Ohren Pausen, denn nach langen Sessions schiebt man unbewusst immer mehr Höhen und Bass dazu. Ein frischer Höreindruck am nächsten Tag verrät dir mehr als jedes Plugin. Brauchst du eine neutrale zweite Meinung zum fertigen Mix, kannst du den Track im Mixing professionell prüfen lassen.

Häufige Fragen zum EDM-Mixing

Meist liegt es an Stereo-Anteilen im Tiefbass und an Phasenproblemen. Club-Anlagen summieren tiefe Frequenzen oft mono, wodurch breit gemachter Bass leiser wird oder verschwindet. Mach alles unter etwa 120 Hz mono, prüfe deinen Mix zusätzlich im Mono-Modus und kontrolliere die Phase zwischen Kick und Bass.

Lass auf dem Mixbus bewusst Reserve. Peaks um −6 dBFS sind ein bewährter Richtwert, damit das Mastering noch sauber Dynamik und Endlautheit herausholen kann. Drückst du den Mix schon selbst ins Rote, geht der Punch deines Drops verloren und es entstehen Verzerrungen, die sich später kaum noch reparieren lassen.

Gib beiden getrennte Frequenzfenster, statt sie lauter zu drehen. Lass der Kick ihren Druckpunkt um 50–100 Hz und nimm beim Bass genau dort etwas zurück. Zusätzlich hilft Sidechain-Kompression vom Bass auf die Kick, damit die Kick im Mix durchkommt, ohne dass du den Pegel ständig erhöhen musst.

Nein. Breite entsteht durch saubere Staffelung: Kick, Bass, Lead und Vocal in die Mitte, Plucks, Arps und Pads nach außen, Tiefe über Hall und Delay. Ein Widener auf dem Master kann Phasenprobleme erzeugen und den Mix mono dünn machen. Setze Breite gezielt auf einzelnen Spuren ein und prüfe das Ergebnis immer in Mono.

Lade zwei bis drei professionelle Tracks deines Subgenres ins Projekt und gleiche sie im Pegel an deinen Mix an. Nur pegelangeglichen kannst du Bass, Höhen und Breite ehrlich vergleichen, sonst gewinnt einfach das lautere Signal. Höre zusätzlich über mehrere Systeme wie Monitore, Kopfhörer und einen kleinen Lautsprecher, um Schwächen aufzudecken.

Bild von Chris Jones

Chris Jones

C.E.O – Mixing- und Mastering-Engineer. Gründer von Peak-Studios (2006) und einer der ersten Online-Dienstleister für professionelles Audio-Mixing und Mastering in Deutschland.