Selbstständig als Audioingenieur – Studio Real Talk

In dieser Serie teile ich kurze, ehrliche Einblicke aus meinem Alltag als selbstständiger Audioingenieur. „Studio Real Talk“ ist bewusst kein Tutorial-Format, sondern eine 60-Sekunden-Perspektive auf das, was hinter Mixing, Mastering und Kundenprojekten wirklich passiert: Verantwortung, Kommunikation, Erwartungsmanagement und die vielen Aufgaben, die mit Musik nur indirekt zu tun haben.

Die Videos richten sich an Musiker, Produzenten und Auftraggeber, aber auch an alle, die überlegen, in der Musikbranche selbstständig zu arbeiten. Die Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit mit Kunden, sowohl online als auch im Studio vor Ort. Manchmal geht es um klare Realitäten, manchmal um kleine Learnings aus der Praxis – immer geht es darum, professionell zu bleiben, auch wenn es komplex wird.

Worum geht es bei Studio Real Talk?

Studio Real Talk ist eine fortlaufende Video-Serie mit kurzen, ungefilterten Einblicken in den Berufsalltag eines selbstständigen Audioingenieurs. In jeweils rund 60 Sekunden geht es um Themen wie Selbstständigkeit in der Musikbranche, Kundenkommunikation, Erwartungshaltungen, Mixing und Mastering sowie um die vielen Aufgaben abseits der eigentlichen Studioarbeit.

Der Fokus liegt dabei nicht auf technischen Anleitungen oder theoretischem Wissen, sondern auf realen Situationen aus der Praxis. Die Inhalte zeigen, wie Entscheidungen entstehen, warum Prozesse wichtig sind und weshalb Professionalität im Umgang mit Kunden oft entscheidender ist als persönlicher Geschmack.

Für wen ist Studio Real Talk gedacht?

Die Einblicke richten sich an Musiker, Produzenten und Bands, die mit Mixing- oder Mastering-Dienstleistungen arbeiten oder arbeiten möchten. Gleichzeitig ist die Serie auch für Menschen gedacht, die überlegen, sich als Audioingenieur selbstständig zu machen oder bereits erste Erfahrungen in der Musikbranche gesammelt haben.

Darüber hinaus bietet Studio Real Talk auch für Auftraggeber einen Mehrwert. Die Videos helfen dabei, Abläufe besser zu verstehen, Erwartungen realistisch einzuordnen und die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Dienstleister bewusster zu gestalten.

Die 60-Sekunden-Einblicke aus dem Studio-Alltag

In diesem Abschnitt findest du alle bisherigen Teile der Reihe „Selbstständig als Audioingenieur – Studio Real Talk“. Jedes Video greift einen konkreten Aspekt aus dem Studio- und Berufsalltag auf und ordnet ihn aus praktischer Erfahrung ein.

Teil 1 – Selbstständig als Audioingenieur heißt mehr als Musik machen

Selbstständig als Audioingenieur zu arbeiten bedeutet nicht, den ganzen Tag ausschließlich im Studio zu sitzen und Songs zu mischen oder zu mastern. Ein großer Teil der Arbeit findet außerhalb der eigentlichen Musikproduktion statt. Dazu gehören unter anderem Buchhaltung, Steuern, Projektorganisation, Kundenpflege, Akquise, Weiterbildung und die strategische Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts.

Dieses Video macht deutlich, dass Selbstständigkeit in der Musikbranche immer auch unternehmerische Verantwortung bedeutet und die Zeit am eigentlichen Projekt nur einen Teil des Berufsalltags ausmacht.

Teil 2 – Du bist Dienstleister, nicht der Künstler

Selbstständig als Audioingenieur in der Musikbranche zu arbeiten bedeutet, in erster Linie als Dienstleister zu agieren. Es geht nicht darum, den eigenen Geschmack durchzusetzen oder sich selbst als Künstler zu verstehen, sondern darum, die Vision des Kunden zu erkennen, einzuordnen und technisch wie musikalisch sauber umzusetzen.

Dieses Video macht deutlich, warum Erfahrung, Kommunikation und professionelle Abgrenzung entscheidend sind. Wer dauerhaft von dieser Arbeit leben möchte, muss lernen, persönliche Vorlieben zurückzustellen und den Fokus auf das Ergebnis zu legen, das für den Kunden funktioniert.

Teil 3 – Du kannst es nicht jedem Kunden recht machen

Auch wenn man sich Mühe gibt, genau hinhört und Mixing oder Mastering technisch sauber umsetzt, kann es passieren, dass ein Kunde mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist. Das gehört zur Arbeit als selbstständiger Audioingenieur dazu und passiert sowohl bei Online-Projekten als auch im Studio vor Ort.

Dieses Video ordnet ein, warum Unzufriedenheit nicht automatisch bedeutet, dass die Arbeit schlecht war. Erwartungen, Wahrnehmung und Zielvorstellungen können auseinandergehen. Professionalität zeigt sich dann nicht darin, alles um jeden Preis zu verändern, sondern ruhig zu bleiben, zuzuhören und klar zu kommunizieren, was möglich ist und wo Grenzen liegen.

Teil 4 – Warum günstige Kunden oft die teuersten sind

In Teil 4 geht es um ein Missverständnis, das viele Selbstständige in der Musikproduktion irgendwann schmerzhaft lernen: „Günstig“ bedeutet nicht automatisch „einfach“. Oft sind es gerade Projekte mit kleinem Budget, die am Ende die meiste Zeit kosten. Nicht, weil Kundinnen oder Kunden „schwierig“ sind, sondern weil die Dienstleistung in vielen Fällen nicht greifbar ist. Mixing, Mastering oder Editing wirken von außen manchmal wie ein schneller Schritt, dabei steckt dahinter ein klarer Prozess, Erfahrung und viel Detailarbeit.

Ein zusätzlicher Punkt, der oft unterschätzt wird: Ein zu niedriger Preis setzt unbewusst einen Wertanker. Wenn etwas sehr günstig ist, entsteht schnell das Gefühl, dass es „nicht so viel wert“ sein kann. Und genau dieses Signal beeinflusst dann auch die Zusammenarbeit. Es wird mehr verglichen, mehr diskutiert und häufiger versucht, mehr Leistung in denselben Preis „hineinzupressen“. Das ist selten böse gemeint, sondern entsteht aus fehlendem Verständnis für Umfang, Grenzen und den tatsächlichen Aufwand.

Die Quintessenz: Preise sind nicht nur Bezahlung. Sie steuern Erwartungen, Wertgefühl und die Qualität der Zusammenarbeit.

Bild von Chris Jones

Chris Jones

C.E.O – Mixing- und Mastering-Engineer. Gründer von Peak-Studios (2006) und einer der ersten Online-Dienstleister für professionelles Audio-Mixing und Mastering in Deutschland.